von unserem Mitarbeiter 
Bernd A. Windsheimer

Kulmbach — Mineure gehörten zu den technischen Truppen der preußischen Armee, die sich ab 1741 unter Friedrich dem Großen aus Bergleuten rekrutierten. Das Hauptbetätigungsfeld bestand im Festungskrieg. Sie sollten bei Belagerungen durch das Anlegen von unterirdischen Minengängen die gegnerischen Mauern zum Einsturz bringen. Die Spezialtruppe wurden besonders im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) bei den Belagerungen von Glogau und Schweidnitz eingesetzt und waren wegen wechselhaften Erfolges immer wieder dem Tadel von Friedrich ausgesetzt.
Zusammen mit den Pionieren bildeten die Mineure das 10 Companien starke Pionierregiment No. 49.
Gemeinsam führten sie das Symbol von gekreuztem Hammer und Schlägel, die Werkzeuge der Bergleute.
Dieses Symbol findet sich nicht nur auf der Regimentsfahne, sondern auch auf den Blankwaffen der Mannschaften und der Offiziere. Da es sich um eine zahlenmäßig nur sehr kleine Truppe handelte, gehören diese Blankwaffen heute zu den absoluten Raritäten. In der wissenschaftlichen Forschung sind nur zwei Offiziersdegen für Mineure aus der friderizianischen Zeit bekannt, wovon das Armeemuseum Friedrich der Große kürzlich einen davon erwerben konnte.
Das Messinggefäß besitzt ein beidseitig nierenförmiges Stichblatt und einen rund-ovalen Knauf mit beidseitiger "FR"-Chiffre über gekreuztem Hammer und Schlägel, einem Symbol, das die Herkunft der Truppe aus dem Bergwerksbereich bezeugt. Die gleichen Motive finden wir unter den beiden Stichblatthälften und auf der im Querschnitt sechskantigen Klinge. Die Gesamtlänge geträgt 970 Millimeter, die Klinge ist 805 Millimeter lang. Die Klinge hat eine Breite von 25 Millimetern.
Auch zwei Ölporträts von Offizieren des Pionierregiments Nummer 49 sind im Museum zu sehen.