Deich, Werbetafel, geplante Wohnhausbauten: Bunt wie das Herbstlaub gestaltete sich die Tagesordnung, mit der sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung auseinanderzusetzen hatte.
Bereits im September hatte sich ja der Stadtrat für die Modernisierung des Deiches bei Wiesen ausgesprochen. Die Maßnahme, die den Anforderungen an einen modernen Hochwasserschutz gerecht werden soll, sehen eine Verstärkung durch eine 50-Zentimeter-Spundwand vor sowie den Ausbau des bisher nur teilweise vorhandene Schotterwegs zu einem "Deichhinterweg", um im Bedarfsfall eine ordnungsgemäße Erreichbarkeit mit Einsatzfahrzeugen zu gewährleisten. Nun erteilte der Bauausschuss dem Vorhaben die Plangenehmigung. Diese ist nach dem Wasserhaushaltsgesetz quasi eine unter bestimmten Voraussetzungen mögliche vereinfachte Variante anstelle des Planfeststellungsbeschlusses, entfaltet aber die gleichen Wirkungen.


Kritik an Werbetafel

Die Firma Edeka plant die Errichtung einer 3,60 Meter mal 2,60 Meter großen Werbetafel und zwar rund 100 Meter entfernt von ihrem Einkaufsmarkt an der Fassade des an die Ortsdurchfahrt angrenzenden Gebäudes Bamberger Straße 35. Allerdings befände sich die Werbetafel auf der von der Bamberger Straße aus gesehen rückwärtigen Seite, wie Stadtbaumeister Andreas Ender verdeutlichte. Insgesamt war der Tenor des Gremiums dahingehend, dass man die Werbetafel am geplanten Standort akzeptieren könne, zumal sich im dortigen Bereich auch weitere Gewerbebetriebe befinden. Es gab aber auch kritische Stimmen. "Mir ist die Tafel in ihrer Größe zu massiv. Ich befürchte, dass so etwas Schule machen könnte", meinte Harald Konietzko (SPD). Mit zwei Gegenstimmen befürwortete der Bauausschuss schließlich den Bauantrag.
Grünes Licht bekam auch die Ultsch-Mühle in Gößmitz für ihre Bauvoranfrage zur Errichtung einer weiteren Lagerhalle. "Wir können froh sein, dass ein Betrieb in unserem Stadtgebiet erweitern will", befürwortete Walter Mackert (CSU) das Vorhaben. Weil, wie in der Sitzung deutlich wurde, der an die bestehende Halle angrenzende Bau sich am Ortsrand befindet und keinen störenden Charakter aufweist, stellte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht. Im Zuge der Maßnahme plant der Landhandel außerdem die Schaffung einer weiteren Zufahrt auf die Kreisstraße. Hierüber hat aber das Landratsamt zu entscheiden.
Wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitete den Stadtvertretern eine Voranfrage, welche den Abbruch einer Scheune sowie die Errichtung eines Wohnhauses in der Horsdorfer Straße/Alte Schießstätte zum Gegenstand hat. Der Bauwerber plant ein komplettes Obergeschoss, ein Dachgeschoss mit Spitzboden sowie drei Balkone. Problematisch ist das Ganze vor allem deshalb, weil es direkt an das "Bären-Anwesen" angrenzt. Ein Thema in der Diskussion war außerdem die Abstandsflächenproblematik. Es muss, das verdeutlichten auch die Ausführungen von Stadtbaumeister Ender mit Fotos von der dortigen baulichen Umgebung, vor einer Entscheidung geprüft werden, ob die Maßnahme dem Sanierungsziel der Stadt entspricht. Deshalb folgte der Bauausschuss auch der Empfehlung des Bürgermeisters, aufgrund vieler ungelöster Fragen noch nicht über die Voranfrage abzustimmen. "Es ist jetzt aber nicht so, dass wir hier eine Bebauung von vornherein kategorisch ausschließen", ergänzte Kohmann. Nun werde man im gemeinsamen Gespräch mit Bauwerber und Landratsamt versuchen, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden.
Weiterhin wurde die Baugenehmigung zur Errichtung einer Photovoltaik-Testanlage in Bad Staffelstein um ein weiteres Jahr bis 31. Dezember 2017 verlängert. Die Notwendigkeit der Befristung, die seit 2009 immer wieder erneuert wurde, gründet sich, wie Bürgermeister Kohmann ausführte, auf der notwendigen Rekultivierung der ehemals dort befindlichen Bauschuttdeponie. Die Planfeststellung für die frühere Deponie ist neu zu regeln und eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, eine unbefristete Baugenehmigung hinsichtlich der Testanlage derzeit noch nicht möglich.