Lichtenfels — Mit einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche begingen am Sonntag Frauen und Männer ihr Konfirmationsjubiläum, die vor 50, 60, 65, 70 und sogar 75 Jahren zum ersten Mal an den Tisch des Herrn geschritten waren. Sie erinnerten sich damit an ihre Jugendzeit, in der sie einst "Ja" zum Glauben an Gott gesagt hatten. Nun waren sie erneut zum Festgottesdienst versammelt, um ihren Lebensweg zu überdenken und erneut den Segen zu empfangen. Der Einsegnung durch Pfarrer Zettler waren Klassentreffen vorausgegangen, bei denen die Jubilare, die zum Teil weit angereist waren, mit ihren Klassenkameraden von einst ein frohes Wiedersehen feierten.
Die Festpredigt zum Konfirmationsjubiläum hielt Pfarrer Tilman Seng, der an diesem Tag selbst diamantene Konfirmation feierte und sich zunächst an die Einsegnung in der Martin-Luther-Kirche im Jahr 1955 erinnerte. An einem sonnigen, aber kalten Tag seien damals weit über 100 Mädchen und Jungen unter den Anweisungen der unvergessenen Pfarrsekretärin Grete Mayer aus dem Pfarrhaus in die Kirche marschiert. Angeführt von Pfarrer Gerhard Biemüller und Vikar Walter Rohmeder sei der lange Zug in das Gotteshaus marschiert und dort von der Festgemeinde empfangen worden. Aufgeregt, gespannt und neugierig habe man das erste heilige Abendmahl erwartet. In Erinnerung an diese Festtage habe jeder Jubelkonfirmand seine eigenen Bilder und Gefühle, wenn er an den Tag seiner Konfirmation denkt, betonte Pfarrer Seng auf der Kanzel.
Seither baue jeder an seinem Lebenshaus und habe sicherlich trotz mancher Misserfolge vieles erreicht. Pfarrer Seng ermunterte seine Zuhörer dazu, sich Jesus als Vorbild zu nehmen und am Lebenshaus anderer Menschen mitzubauen. Wer dies gerade in der heutigen Zeit tue, praktiziere nicht nur Mitmenschlichkeit, sondern komme auch selbst nicht zu kurz, weil dieses Mitbauen auf ihn zurückstrahle.
Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Kirchenchor und dem Posaunenchor der Gemeinde unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann sowie von Dorothea Lintzmeyer und Verena Steigner mit Flötenmelodien.
Das Fest der goldenen Konfirmation feierten Gisela Dinkel, Gabriele Dörrie, Karin Gutgesell, Ursula Löffler, Brigitte Popp, Marlene Schellenberger und Heinz-Jürgen Nielsen. Im Jahr 1955 wurden konfirmiert und begingen damit das Fest der diamantenen Konfirmation: Renate Deuerling, Irene Förtsch, Ingrid Knoblach, Anneliese Kohs, Ruth Konietzko, Frieda Kraus, Elli Morgenroth, Irene Müller, Marion Schilling, Marie-Luise Schindler, Elfriede Schulz, Carmen Ulbrich, Elke Volkmann, Helga Wohlsecker, Martha Witteck, Waltraud Wiechmann, Helga Forkel, Dieter Krauß, Rudi Limmer und Tilman Seng.
Die eisernen Jubelkonfirmanden gedachten ihrer Ein segung im Jahre 1950. Zu ihnen gehörten Rosl Engelhardt, Annemarie Gerber, Edith Leicht, Gerlinde Moch, Hartmut Borchert, Karl Fenzlein, Hartmut Hotter, Klaus Rupinski, Rudolf Retsch, Alfred Schramm und Karl-Heinz Wichert.
Lothar Krautheim wurde vor 70 Jahren konfirmiert und feierte die Gnadenkonfirmation. Als älteste Jubelkonfirmandin erinnerte sich die 90-jährige Christa Schwabe als Kronjuwelenkonfirmandin an ihren Festtag vor 75 Jahren. Joachim Wegner