Oliver Knobloch, Marvin Witter und Daniel Arbeiter haben Mut bewiesen. Sie leisten ihren eigenen Beitrag zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen und tun damit etwas gegen den fortschreitenden Klimawandel mit seinen globalen Auswirkungen.
Dieses besondere Engagement wurde jetzt mit einem Preis belohnt. Ausgelobt hat ihn das Energieforum Coburg, das sich aus Vertretern der Städte Coburg und Neustadt, der Stadtwerke beider Kommunen, der Hochschule Coburg sowie von Natur- und Umweltverbänden zusammensetzt. "Das Gremium tagt seit über zehn Jahren. Unser Ziel ist es, Projekte zu finden und zu fördern, die sich der Entlastung der Umwelt durch die Nutzung regenerativer Energien verschrieben haben", erläuterte Ferenc Batyi, Prokurist der SÜC Energie und H2O GmbH Coburg, bei der Preisverleihung am Freitag. Bislang seien dafür 160 000 Euro ausgegeben worden.


Zunächst wenig Bewerbungen

Im März dieses Jahres hatten sich die Mitglieder des Energieforums entschlossen, einen Wettbewerb auszurufen. "In der ersten Runde gab es relativ wenig Bewerbungen. Nachdem wir dann auch private Bauherren mit eingeschlossen hatten, wurden es mehr." Drei Bewerber überzeugten die Jury besonders, und so entschied sie sich, das Preisgeld in Höhe von 15 000 Euro aufzuteilen.
8000 Euro gehen an Oliver Knobloch. Er hat sich in Scherneck ein altes Haus, Baujahr 1957, gekauft und saniert es mit großem Aufwand auch unter energetischem Gesichtspunkt. Eine Maßnahme ist die Dämmung. "Dazu verwende ich kein Styropor, sondern Mineralwolle", erzählte der Bauherr. Schwierig sei in diesem Zusammenhang die Anpassung an den alten Baukörper. Zusätzlich wird Oliver Knobloch eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe zum Heizen des Hauses installieren. Mit Hilfe eines größeren Wasserspeichers soll auch Wärme gespeichert werden. "An kalten Tagen im Herbst und im Winter werden wir mit einem Holzofen, der zusätzlich wassergeführt ist, heizen." Nun möchte er sich noch eine solare Pufferbatterie zulegen und dafür das Preisgeld nutzen. "Es wird hier alles genutzt, was die moderne Technik hergibt. Das hat uns überzeugt", sagte Ferenc Batyi dazu.


Barrierefrei und energieeffizient

4000 Euro bekommt Marvin Witter für seine Idee, ein Mehrfamilienhaus in Scheuerfeld barrierefrei - auch rollstuhlgerecht - und nach KfW40-Plus-Standard zu bauen. Er ist der Planer dieses Hauses und für die technische Gebäudeausrüstung zuständig. Soll der förderwürdige KfW-Standard 40 erreicht werden, müssen hohe energetische Mindestanforderungen erfüllt sein. "Wir wollen das durch Dämmung und eine Anlagetechnik erreichen, die extrem Energie einspart", erläuterte Marvin Witter.
3000 Euro ist dem Energieforum die Initiative von Daniel Arbeiter wert. Er möchte auf seinem Haus aus den 60er Jahren eine Photovoltaikanlage installieren, die zum einen das Gebäude, aber auch sein Auto mit Strom versorgen soll. Sein altes, mit fossilem Brennstoff betriebenes Fahrzeug hat er bereits verkauft. "Ich fahre jetzt seit 30 000 Kilometern elektrisch und fühle mich dadurch nicht eingeschränkt", berichtet er.
Nun wünscht sich Daniel Arbeiter noch, dass auch seine Partnerin auf ein umweltfreundlicheres Gefährt umsteigt. Dazu braucht er allerdings einen Solar-Akku-Speicher. "Ich habe eine Firma in der Region gefunden, die mir diese Anlage installiert." Das Preisgeld kann er für die Finanzierung gut gebrauchen.
Am Freitag erhielten alle drei Preisträger zunächst einen symbolischen Scheck. "Bares gibt es bei der Umsetzung", versprach Ferenc Batyi.