Zu einem besonderen Kunstprojekt, das in der Region bislang einmalig ist, haben sich Künstler in Burgkunstadt zusammengefunden.
Die einheimischen Künstler Kristina Kanaan (Lichtenfels) und Ernst Müller (Altenkunstadt) gestalten vom 11. bis 18. Dezember im evangelischen Gemeindehaus, Rangengasse 5, gemeinsam mit Künstlern aus Afghanistan, Eritrea, Iran und Syrien eine Ausstellung zum Thema "Flucht - ein Teil unseres Lebens?!"
Alle Künstler haben eigene, teils sehr schwere, Erfahrungen mit dem Thema "Flucht", die sie in ganz individueller Weise in ihren Bildern, Skulpturen und auch in selbst gestaltetem Schmuck zum Ausdruck bringen. So ist eine beeindruckend vielfältige und in ihren Aussagen tief bewegende Ausstellung entstanden, die den Betrachter hineinnimmt in das Fühlen und Erleben der Künstler und zugleich einlädt über "Flucht-Erfahrungen" im eigenen Leben nachzudenken.
Die Eröffnung der Kunstausstellung wird am morgigen Sonntag um 12 Uhr im evangelischen Gemeindehaus sein. Dabei gibt es auch die Gelegenheit, die Künstler kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Flüchtlingsfamilien aus Syrien werden die Besucher der Vernissage mit Häppchen bewirten. Bis zum 18. Dezember ist die Kunstausstellung dann jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Der 19-jährige Ayman Khaled Habib studierte an der Universität Aleppo "Schöne Künste", bis er im Mai 2015 vor dem Bürgerkrieg fliehen musste. Der Holzformer Ernst Müller aus Altenkunstadt ist Flüchtlingskind der ersten Generation. Seine Eltern flohen aus Bosnien im ehemaligen Jugoslawien über viele Stationen nach Deutschland. Die Malerin und Bildhauerin Kristina Kanaan aus Lichtenfels ist Flüchtlingskind mit ungarischen Wurzeln. Ihre Eltern flohen 1956 nach dem Ungarnaufstand nach Deutschland. Die Malerin Leila Shokrgozar aus Shiraz, Iran, lebt mit ihren Töchtern seit über vier Jahren in Deutschland. Elham Rahmani, Afghanistan, lebt seit 2013 in Weismain. Er hat Kunstwerke aus Autoreifen gefertigt und für die Ausstellung beeindruckenden Schmuck gestaltet. Der 18-jährige Eritreer Hashem Dini kam vor eineinhalb Jahren zu Fuß über den Sudan, Libyen, Italien und Österreich nach Deutschland. Der 51-jährige Eissa Moussa betrieb in Damaskus bis 2012 mit fünf Mitarbeitern ein Atelier für Malerei und Innenausstattung. mts