von unserem Mitarbeiter Roland Mayer

Ebelsbach — Jetzt macht die Gemeinde Ebelsbach ernst. Die Kanalhausanschlüsse in Rudendorf werden erneuert. Dem Eindringen von Fremdwasser ins Kanalnetz soll damit endlich ein Ende gesetzt werden.
Ingenieur Hugo Barthel vom Planungsbüro aus Knetzgau stellte die einzelnen Schritte und Bauabschnitte bei der Sanierung der Kanalhausanschlüsse in dem Ebelsbacher Gemeindeteil vor. Bürgermeister Walter Ziegler (Bürgernahe Liste) wies darauf hin, dass Eindringen von Fremdwasser in das Kanalnetz seit Jahren bekannt sei und man jetzt keine Zeit mehr verstreichen lassen wolle. Schließlich erhöhe der Fremdwasseranteil die Abwasserabgabe.

Erster Versuch scheiterte

Hugo Barthel demonstrierte das Problem der defekten Hausanschlüsse anhand von Fotos und erklärte, dass es wichtig sei, die Hausanschlüsse dicht zu machen und den Fremdwassereinfluss zu beseitigen. Bereits im Juni 2000 wurde eine Sanierung versucht, doch sei damals die Absenkung des Grundwassers, das fast bis zur Oberkante der Straße reiche, nicht erfolgreich gewesen.
Die Hausanschlüsse seien nicht sanierungsfähig. Auch eine Sanierung mit sogenannten Inlinern sei nicht möglich. Bei diesem Verfahren wird ein neues Rohr in die sanierungsbedürftige Rohrleitung eingezogen. Doch in Rudendorf seien die Leitungen zu verwinkelt, die Rohre zum Teil gebrochen und der Wassereintritt zu stark. Folglich müssten die Anschlüsse komplett erneuert werden.
Es gelte nun, ein Baugrundgutachten zu erstellen, um die Machbarkeit der Grundwasserabsenkung zu prüfen. Hugo Barthel empfahl zudem eine Beweissicherung als Grundlage bei eventuellen Schadenersatzansprüchen.
Zum Ablauf informierte Barthel den Gemeinderat, wie es möglich sei, das Grundwasser abzusenken. Dies erfolge bei jedem Hausanschluss einzeln durch das sogenannte Vakuumverfahren. Dabei werden Lanzen in den Boden getrieben, die über einen Vakuumbehälter das Grundwasser absaugen, sodass der Grundwasserspiegel sinkt. Anschließend kann die Baugrube - zusätzlich gesichert - ausgehoben und die Leitung freigelegt werden. Dann müsse der Anschluss an die Hauptleitung geprüft werden, ob das alte Bohrloch weiterhin nutzbar ist oder ob ein neues Hauptrohr eingebaut werden muss.

Bürger müssen nicht zahlen

Bürgermeister Ziegler erklärte, dass für die Hauseigentümer keine Kosten anfallen, da es sich um Reparaturkosten handelt, die von der Gemeinde zu tragen sind.
Hugo Barthel, der eine beschränkte Ausschreibung vorschlug, wurde beauftragt, die Ausschreibung fertigzustellen, so dass im September 2014 die Vergabe stattfinden könne und die Sanierung im Oktober und November durchgeführt werden könnten. Bürgermeister Walter Ziegler will im Rahmen einer Bürgerversammlung die Rudendorfer über die Maßnahme informieren.