Zu den Artikeln "Ein neuer Platz für alle Sportler" (16. Juli) und "Das geplante Erlebniszentrum nimmt Hürde im Gemeinderat" (29. Juli):

Da soll also in Morschreuth eine "Outdoor Base Fränkische Schweiz" entstehen mit einem "Herzstück", das "Fränkisches Hüttla" genannt wird. Also kurz: eine "Outdoor Base" im "Fränkischen Hüttla". Die Sprachverwirrung ist groß, und so geht es auch weiter.
Ein "Anlaufpunkt für Profi- und Amateursportler, Touristen, Firmen, Familien, Kletterer, Nordic-Walker, Golfer und alle Outdoor-Sportler" soll das werden. Also eigentlich für so gut wie alle. Diese Zielsetzung kommt ziemlich schwammig daher, aber ich unterstelle dem Initiator beziehungsweise der Initiatorin neben der gewiss erforderlichen Geschäftstüchtigkeit durchaus guten Willen.
Und der Jubel der Kommunalpolitiker ist bei solchen Projekten sowieso immer gesichert - für die Verbesserung des Tourismus-Angebots der jeweiligen Gemeinde sei so ein Projekt allemal positiv. Der Marktgemeinderat Gößweinstein hat nun ja auch eine dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans durchgewunken.
Aber bitte: Das "Fränkische Hüttla" so wie es offenbar geplant ist, ist wohl eine Art Hüttla, aber es ist garantiert nicht fränkisch. Vollständig aus Holz gebaute Blockhäuser gibt es traditionell als nächstes im hinteren Bayerischen Wald, ebenso die flache Dachneigung. Und den enormen Dachüberstand mit dem Firstbalkon, den findet man in Oberbayern im Voralpen- und Alpengebiet, aber nie bei unserer traditionellen Bauweise.
Die Details - Sensen, Rechen und andere bäuerliche Geräte an der Giebelwand drapiert, und unterm Dachfirst das Hirschgeweih des Forsthauses - sind Übertreibungen, damit das "Hüttla" auch richtig urig daherkommt. Mit anderen Worten: Das ist schlichtweg Kitsch, der (schon gar) nicht nach Franken gehört. Bitte verschont uns hier vor solchen Bauten. Wenn schon "Outdoor Base Fränkische Schweiz", dann bitte auch wirklich fränkisch!
Reinald Lorenz
Hartenreuth