von unserem Mitarbeiter 
Stephan Herbert Fuchs

Himmelkron — Was Vorrat, Produktion, Weiterverarbeitung und Verkauf angeht, ist Deutschland das Holzland Nummer 1 in Europa. Innerhalb Deutschlands wiederum stehen ein Drittel aller Holzvorräte in Bayern. "Somit gilt der Freistaat allein schon als Holzland von europäischem Rang", sagte Robert Morigl, Leiter des Referats Holzwirtschaft im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, bei der Jahresversammlung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO) in Himmelkron.
Trotz vieler positiver Zeichen habe der Holzmarkt aktuell ein gewaltiges Problem, sagte Morigl. "Der Holzbedarf steigt, während gleichzeitig der Holzeinschlag in den Privatwäldern sinkt." Als Ursachen nannte der Ministeriumssprecher unter anderem den großen Teil urbaner Waldbesitzer, also Menschen, die in Städten wohnen, eine meist kleinere Fläche Wald geerbt haben und sich kaum darum kümmern. Weitere Gründe seien eine Vielzahl von Sichtweisen und Einstellungen zum Wald, das Nichterkennen notwendiger Maßnahmen sowie die Tatsache, dass finanzielle Aspekte in den Hintergrund treten. "Weil es uns allen zu gut geht, haben wir keinen Handlungsdruck", so Morigl.
Eine wichtige Maßnahme, um das Image zu verändern, sah der Referent im gemeinsamen Marketing unter dem Dach von "proHolz Bayern". Hier gehe es darum, alle Beteiligten unter einen Hut zu bringen, eine umfangreiche Medienarbeit zu starten, Präsenz auf Messen und Veranstaltungen zu zeigen und immer für den Rohstoff Holz zu werben sowie sein Image zu verbessern.
Nicht nur für die Kampagne "proHolz" zog Morigl eine positive Bilanz, auch für das Cluster Forst und Holz. Bei der Gründung der Clusterinitiative vor zehn Jahren noch belächelt und nicht selten infrage gestellt, erweise sich das Cluster heute als eines der erfolgreichsten in Bayern. Den Gesamtumsatz der Branche Forst, Holz, Papier bezifferte der Ministeriumssprecher auf rund 38 Milliarden Euro im Jahr, die Zahl der Beschäftigten auf etwa 190 000 und die Zahl der Waldbesitzer auf 700 000. "Damit sind wir die viertgrößte Branche in Bayern, nach EDV-Elektro-Optik, Fahrzeugbau und Ernährung.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Positiv in die Zukunft blickt auch der FVO-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof aus Bamberg. "Wir sind beim Waldumbau in Bayern auf einem guten Weg. Unsere Strategie heißt Schützen und Nützen auf der gleichen Fläche." Nur mit dem Schutz sei es auch möglich, die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten. Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Wald, Holz und Forst in Oberfranken bezifferte Rudrof auf 18 000. "Damit sind wir gut aufgestellt im Forstland Oberfranken", so der Vorsitzende.
Wichtigste Personalie war das Ausscheiden von Holzvermarkter Johannes Hölzl. Er war in dieser Position fast sieben Jahre lang für die FVO tätig. Aus beruflichen Gründen wechselt er jetzt nach Frankfurt. Hölzl habe exzellente Arbeit geleistet und zahlreiche Initiativen angestoßen, sagte Vorsitzender Rudrof. Zum Nachfolger wurde aus 16 Bewerbungen und nach acht Vorstellungsgesprächen Matthias Holzmann ausgewählt.