von unserem Mitarbeiter Josef Kleinhenz

Mechenried/Uchenhofen — Feuerwehrmann zu werden ist für viele Buben ein Kindheitstraum. Davon aber, Leiter eines Feuerwehrmuseums zu werden, handeln wohl auch kühnste Kindheitsträume nicht. Gerhard Kalnbach hat das für sich verwirklicht, und diesem Lebenstraum frönt er auch noch als Mittachtziger mit Feuereifer. Er leitet das kleine aber feine Museum in Mechenried.
Die Feuerwehr war für Gerhard Kalnbach, der aus Uchenhofen stammt, schon immer faszinierend. So hat er sich schon in jungen Jahren in der örtlichen Feuerwehr engagiert. Der Bayerische Landesfeuerwehrverband hat ihn dafür später mit einer Medaille belohnt.
Seinen Lebensunterhalt musste er sich derweil anders verdienen, denn Feuerwehrdienste in der Peripherie sind nun mal ehrenamtlich. Zunächst half er seinen Eltern in der Landwirtschaft, bevor er beruflich als Lagerist tätig war.

Helme aus dem Schutt

Einen Namen machte sich Gerhard Kalnbach aber als Initiator des Feuerwehrmuseums in Mechenried, das er mit eigenen Exponaten bestückte.1963 fand er im Schutt ein paar Helme, die ihn faszinierten. Dann hielt er ständig nach anderen Feuerwehr-Helmen Ausschau, ging zu verschiedenen Müllplätzen und wurde immer wieder fündig. Am Ende hatte er 70 Helme beisammen, die er zu Vorzeigestücken aufpolierte.
Dabei hatte Kalnbach die Idee, ein öffentliches Fachmuseum zu installieren und zu führen, das tatsächlich 1987 im Rauhenebracher Gemeindeteil n Mechenried eröffnet wurde. Am 27. Juni 2015 werden es 28 Jahre, seit er seine Fundstücke öffentlich präsentiert. Jahrzehntelang hielt Kalnbach Ausschau nach alten Feuerwehrstücken. Er ging auf Flohmärkte und tauschte Duplikate gegen neue Utensilien, kaufte aber auch welche. Gerne nahm der passionierte Sammler Helme, Feuerbeile, Ehrenabzeichen oder Orden mit nach Hause und schätzte sich glücklich, wenn er ein neues Exemplar fürs Museum gewonnen hatte.
Gerhard Kalnbach, der am heutigen Samstag seinen 85. Geburtstag feiern kann, wünscht sich, dass seine Sammlung der Nachwelt erhalten bleibt und dass mehr und mehr auch die Jugendlichen den Weg dorthin finden. Denn sie sollen sehen, mit welch einfachen Mitteln die Menschen früher unter schwierigsten Bedingungen ein Feuer löschen mussten und Hab und Gut zu retten versuchten.