von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Marktleugast/Steinbach — Das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Steinbach kann in absehbarer Zeit nicht realisiert werden. Das stellte Bürgermeister Franz Uome (CSU) in der jüngsten Sitzung des Marktleugaster Gemeinderats klar. Der Grund: Das Projekt könnte die gewährte Stabilisierungshilfe in Höhe von 500 000 Euro gefährden.
Ausführlich erinnerte Uome an alle Planungen für das Dorfgemeinschaftshaus. Im Juni 2013 wurde das Grundstück erworben, auf dem das Dorfgemeinschaftshaus errichtet werden soll. Die Steinbacher haben eine Straßenlampe versetzt, in Eigenregie das baufällige Haus entkernt und abgerissen. Kosten für das geplante Haus: 814 300 Euro. Die Marktgemeinde hätte sich mit 356 574 Euro beteiligen müssen. Daraufhin wurde die Planung abgespeckt, es blieb jedoch ein Finanzierungsbedarf von rund 330 829 Euro.
Jetzt hat Bürgermeister Franz Uome ein offizielles Schreiben vom Landratsamt Kulmbach erhalten. Darin würdigt die Aufsichtsbehörde das Haushaltskonsolidierungskonzept der Gemeinde und verweist ausdrücklich darauf, dass von der gewährten Stabilisierungshilfe 100 000 Euro für Investitionen im Bereich der Städtebauförderung und der Dorferneuerung verwendet werden dürfen. Aber: nur für Aufgabenbereiche, die sich Pflichtaufgaben stark annähern.

"Keine Pflichtaufgabe"

"Die Durchführung der Dorferneuerung in Marienweiher und in Steinbach kommt keiner Pflichtaufgabe gleich", stellte Bürgermeister Franz Uome klar. Deshalb sei die Realisierung des ambitionierten Projekts während der Phase der Haushaltskonsolidierung und während der Gewährung von Stabilisierungshilfen nicht möglich. "Wir werden uns aber trotzdem weiter dieses Projekts annehmen; es ist noch nicht gestorben", versicherte der Bürgermeister.
Die zahlreichen Vertreter aus Steinbach nahmen die Nachricht mit Fassung, aber sichtlicher Enttäuschung auf.
"Für uns ist diese Entwicklung natürlich ein Schlag ins Gesicht. Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Pläne des Architekten zu hoch gegriffen waren", sagte Reiner Meisel (FW). Nun wolle man neue Möglichkeiten untersuchen, zumal dringender Handlungsbedarf in Sachen Feuerwehrgerätehaus bestehe. Das Feuerwehrauto ist nämlich zu groß für die Garage.
"Wir sollten uns von dem Schreiben des Landratsamts nicht abspeisen lassen. Ich bitte um eine baldige Tagung des Arbeitskreises Steinbach", forderte Meisel.
"Wir werden uns nicht abwimmeln lassen. Aber die Hände sind uns momentan gebunden", stellte Daniel Schramm (CSU) klar und merkte an, dass schon vor einem Jahr deutlich geworden sei, dass sich die Stabilisierungshilfe und der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses nicht miteinander vertragen. "Wir werden weitermachen und nach Möglichkeiten suchen, die wir haben", so Schramm.

Abgeordnete einschalten

Auch Oswald Purucker (CSU) sagte, dass möglicherweise das dringend nötige Feuerwehrhaus ein Ansatzpunkt sei.
Bürgermeister Franz Uome stellte klar, dass die CSU-Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Ludwig Freiherr von Lerchenfeld sowie Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner eingeschaltet werden sollen.