Vielen Menschen zu ermöglichen, bis ins hohe Alter fit und beweglich zu bleiben - auch mit einer Behinderung. Das ist das Ziel des Forchheimer "Rehabilitations- und Gesundheitssportvereins", der auf Verordnung vom Arzt oder für Mitglieder ein umfangreiches Programm anbietet. Am Donnerstag haben Vorsitzender Manfred Jänisch und Schriftführer Gerhard Schneider langjährige Mitglieder geehrt.
"Als ich 2015 den Vorsitz übernahm, hatten wir 112 Mitglieder. Zum Ende vergangenen Jahres waren es 132", erzählt Jänisch stolz. "Wir feiern heuer unser 60. Jubiläum. Wir wollten aber nicht, dass die Ehrungen in dieser Feier untergehen, deshalb haben wir sie vorher gemacht."


Von Anfang an dabei

Julie Dittrich, Angela Ismaier sowie Gerhard und Maria Schneider wurden für 45 Jahre ausgezeichnet. Gar 50 Jahre lang dabei sind Rosemarie Freisinger, Hans Lang, Bernhard Leisgang und Brigitte Wolgin.
Die 82-jährige Rosemarie Freisinger hat alles von Anfang mitbekommen, denn ihr Mann Hans gründete einst den Verein. Er kam aus dem Krieg und ihm waren beide Beine amputiert. "Es war ihm ein Anliegen, dass seine kriegsversehrten Kameraden durch den Sport wieder ihr Leben meistern lernen."
Zu Beginn waren es etwa 15 Personen, die in der Jahnhalle turnten. Mit der Zeit stieß auch Rosemarie Freisinger dazu. "Ich habe eh alle gekannt. Nach dem Turnen haben sie sich bei uns privat in der Wohnung getroffen", erzählt sie und lacht dabei.
"Ja, der Zusammenhalt und die Geselligkeit waren schon immer sehr schön", bestätigt auch der zweite für 50 Jahre Geehrte, der 67-jährige Bernhard Leisgang. Er sitzt im Rollstuhl, da er als Baby eine Hirnhautentzündung hatte. Seitdem ist seine linke Seite gelähmt. "Hans Freisinger, der 1971 leider verstorben ist, war mein Onkel. Und durch ihn kam ich zum Verein", berichtet Leisgang, der am liebsten Sitz- und Faustball spielt und auch von den Festen und Fahrten des Vereins schwärmt. Gerade in jungen Jahren habe ihm der Sport gut getan, sein Körper sei beweglicher und er ausgeglichener gewesen.
Eine Aussage, die Hans Lang bestätigen kann. Der 90-jährige ist ebenfalls seit 50 Jahren Mitglied und Nachbar der Familie Freisinger. Nach seiner Militärzeit bekam er eine Blutvergiftung und hat seitdem Bewegungsdefizite im rechten Arm.


Angriffsschläge mit links

"Nach dem Krieg hätte ich ein Medikament gebraucht, das Deutsche erfunden hatten, aber nur den Amerikanern zugänglich war", erinnert sich Lang, der am liebsten Handball spielte. "Da habe ich halt mit der linken Hand geschlagen", so Lang.
Ein Einsatz, den auch Vorsitzender Manfred Jänisch lobt. Er betont, dass die Mitglieder zur Freude und für die Gesundheit, aber auch für sportliche Ziele üben. "Jedes Jahr bestehen zehn bis 15 Personen die Sportabzeichen-Prüfung." wind