Über Not und Elend in der Gegend um Braila, einer 120 000-Einwohner-Stadt im östlichsten Rumänien, nahe der ukrainischen Grenze, hat Gunter Goebel, Sprecher der IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte), Arbeitsgruppe Fulda, 50 Gästen aus allen Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund im Pfarrheim Oberbach berichtet.
Mit Gunter Goebel konnte die "Eine-Welt-Gruppe" der Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund einen engagierten Referenten aus Fulda gewinnen, der seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlich Hilfe leistet und sich mit weiteren Engagierten um mehr als 200 Familien und Senioren kümmert. Er hat bereits ein Kinderheim, eine Nähstube und eine Suppenküche für die sozial Schwächsten vor Ort ins Leben gerufen.
Im ärmsten Land der EU muss ein Rentnerpaar mit 89 Euro monatlich auskommen, der Raummeter Holz zum Heizen der ärmlichen Behausung für einen Monat kostet jedoch schon 50 Euro. Das Kindergeld von 18 Euro monatlich kann zwar den Eigenanteil für Arbeitsmaterial im staatlichen Kindergarten decken, nicht jedoch weitere Kosten, die auf Eltern mit Kindern zukommen. Viele Männer sind Tagelöhner und müssen so ihre kinderreichen Familien ernähren, im Krankheitsfall sind sie jedoch mittellos, und es gibt sogar Fälle von Familien, die gegen einfachste Kost und Unterkunft beim Dienstherrn wie Leibeigene überleben müssen. All das, aber auch die politische Situation des nach Demokratie strebenden Landes und seine wunderschönen Landschaften führte der Oberstufenleiter der Fuldaer Winfriedschule eindrucksvoll mit Bildern vor Augen.


Spende für Familien

Abschließend überreichte die Gruppe dem Leiter der IGFM einen symbolischen Scheck von 550 Euro. Dieser Erlös setzt sich zusammen aus den Überschüssen des Fair-Trade-Verkaufs nach den sonntäglichen Gottesdiensten und weiteren Aktionen der Gruppe. Durch eine spontane Sammlung der Zuhörer wurde der Betrag mit 350 Euro aufgestockt. In Rumänien werden dafür zwei Familien mit Photovoltaikanlagen, die mit Autobatterie betrieben werden, versorgt. Diese sorgen einfach nur für Licht im Haus. Weiterhin können die Familien mit Holz durch den Winter gebracht werden. Im Herbst sollen Pakete für ausgewählte Familien gepackt werden und abgelegte Schultaschen und Rucksäcke, bestückt mit Schreibmaterial, sollen als Spende für eine Weihnachtsfreude zu sorgen. red