von unserem Mitarbeiter Dieter Gropp

Höchstadt — Schießen ist Männersache? Mitnichten, wie das diesjährige Bürgerschießen der Höchstadter Schützengilde 1608 bewies. Viele Frauen schlugen sich wacker an Kimme und Korn - und die Sportfreunde der Schützengilde freuten sich über einen vollen Schießstand. Nahezu 50 Höchstadter Bürger probierten sich an den verschiedenen Sportwaffen aus. Darüber hinaus folgten viele Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf der Schützengilde, einfach mal "reinzuschnuppern".
Der Pokalsieger der Männer, der Höchstadter Neubürger Walter Becker, schaffte den Pokalsieg in Höchstadt auf Anhieb. Becker ist Rentner und unterschrieb spontan an diesem Nachmittag den Aufnahmeantrag als Mitglied für die Höchstadter Schützengilde 1608. Der Schützenmeister des Sportschützen-Vereins, Albert Dresel, verriet, dass es aus der Höchstadter Bürgerschaft an diesem Tag insgesamt sechs Neuaufnahmen gab.
17 Jugendliche und viele Frauen nahmen an dem Bürgerschießen teil. Gitti Tohol schoss auf dem 25 Meter-KK-Pistolen-Schießstand. Sie sagte, dass sie sich jedes Jahr auf das Bürgerschießen freue und sich dort gern ausprobiere.
Der wohl jüngste "Aktive" war der vier Jahre alte Tim Rothenwoldt, der mit seinem Vater auf den Schießplatz am Sportpark gekommen war. Für die Kinder war ein eigener Schießstand aufgebaut: Mit kleinen Armbrusten und einer Art Spielzeug-Luftdruckpistolen konnten die Mädchen und Buben auf die drei Meter entfernten Klappscheiben schießen. Der kleine Tim traf auf Anhieb zwei Scheiben.

Zielen lernen am Lasergewehr

Die Kinder konnten sich auch an einer Laser-Waffe probieren und sich von erfahrenen Schützen der Gilde ihre Zielfehler aufzeigen lassen. Die drei Schülerinnen Sarah (9) und Jessica (11) Rahner sowie ihre Freundin Franziska Zigowa (11) ließen sich vom Standbetreuer am Lasergewehr das richtige Handhaben der Waffe erläutern.
Die älteste Teilnehmerin am Bürgerschießen war die 82-jährige Katharina Dresel aus Höchstadt. Dresel kommt jedes Jahr zum Bürgerschießen und war nur ein wenig traurig darüber, dass es in diesem Jahr mit dem Pokalsieg bei den Frauen nicht geklappt hat. Drei Mal gelang ihr schon der Pokalsieg. Diesmal musste sie sich der jungen Melanie Durmann geschlagen geben.
Pokalsieger der Jugendlichen wurde der Schüler Jens Kröner, der leidenschaftlich gern mit den Sportwaffen schießt. Schon oft nahm er Anlauf auf den Pokalsieg. In diesem Jahr konnte er die Trophäe endlich entgegennehmen. Jens stellte in Aussicht, bald aktiv in der Schützengilde zu trainieren.

Landrats-Ehefrau treffsicher

Am Nachmittag inspizierte Landrat Alexander Tritthard mit seiner Frau die Schießsport-Anlage und beide griffen selbst zu den Sport-Waffen. Dass Tritthards Frau mit ihren Schießleistungen ihrem Mann voraus war, regte die Diskussion der weiblichen Teilnehmer über "Frauen-Power" beim Schießen an.
Einige Eltern waren mit ihren Kindern gekommen, um ihnen die Sportwaffen der Schützen zu zeigen. Bastian Geiger, 13 Jahre alt, wollte Mutter und Vater zeigen, dass er mit Pfeil und Bogen umgehen kann. Auch mit dem Luftgewehr durfte er schießen. Sein Onkel Georg Geiger ist Mitglied der Schützengilde 1608 und Bastian will in dessen Fußstapfen treten.
Bei den Damen waren Melanie Durmann (140,3 Ringe),
Claudia Stacholski (119 Ringe) und Julia Pecher (110 Ringe) treffsicher. Die Herrenklasse dominierten Walter Becker (130,6 Ringe), Alexander Schulz (124,5 Ringe) und Tim Radlik (120,4 Ringe). Jugendsieger waren Jens Kröner (92,4 Ringe), Vendelin Ziga (92,3 Ringe)
und Heike Kröner (85,0 Ringe).