Seit Ende Oktober sitzt ein 51-Jähriger in Untersuchungshaft. Der Mann steht im dringenden Verdacht, vor fast acht Jahren zwei Frauen vergewaltigt und eine dritte überfallen zu haben. Eine Tat ereignete sich in Zapfendorf (Landkreis Bamberg).
Am 26. Januar 2008 war eine damals 18-Jährige in einem Waldstück am Ortsrand von Stockstadt am Main beim Joggen von einem Unbekannten von hinten angegriffen und in ein Gebüsch gezerrt worden. Dort hatte sich der Mann an ihr vergangen, eher er mit einem Fahrrad flüchtete.
Eine sofort eingeleitete Großfahndung blieb ohne Erfolg. Zwar gingen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein, eine entscheidende Spur gab es aber nicht. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg ermittelte auf Hochtouren. Dabei suchten die Beamten auch bundesweit nach vergleichbaren Fällen. So stellten die Ermittler fest, dass es zehn Tage nach der Tat in Stockstadt zu einem ähnlichen Fall gekommen war. Am damaligen Faschingsdienstag, 5. Februar, war im Gemeindegebiet von Zapfendorf eine 42-Jährige Spaziergängerin ebenfalls von einem Unbekannten vergewaltigt worden. Das Opfer beschrieb den Täter ähnlich. Dass die beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben könnten, erhärtete sich beim Vergleich der Spuren.
Nach eingehenden Untersuchungen durch das Landeskriminalamt und einem DNA-Abgleich stand kurze Zeit später fest, dass die beiden Taten vom selben Mann verübt worden waren. Die bundesweiten Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg und der Kripo Bamberg liefen weiter auf Hochtouren. So kam es, dass ein weiterer Verdachtsfall ins Visier der Fahnder geriet. Im hessischen Kiedrich hatte ein Unbekannter am 10. Februar eine 42-jährige Joggerin tätlich angegangen und versucht, sie zu vergewaltigen. Die Frau konnte sich erfolgreich zur Wehr setzen und den Täter in die Flucht schlagen.


Wegen Einbruchs gesucht

Im Laufe der Jahre konnten die Ermittler die Spur des Täters weiterverfolgen. Weitere DNA-Treffer im Bundesgebiet und im benachbarten Ausland spielten hier eine entscheidende Rolle. Dabei handelte es sich allerdings um sogenannte Spur-Spur-Treffer, die an verschiedenen Tatorten insbesondere nach Eigentumsdelikten gesichert werden konnten. Sie konnten zunächst keiner bereits erkennungsdienstlich behandelten Person zugeordnet werden.
Die entscheidende Wendung nahm der Fall dann Mitte Oktober. Erstmals, nach knapp acht Jahren, konnte das DNA-Profil des gesuchten Tatverdächtigen einem 51-Jährigen zugeordnet werden, der im Verdacht stand, in Rheinland-Pfalz Wohnungseinbrüche verübt zu haben. Danach handelten die Fahnder sofort. Der Verdächtige wurde am 26. Oktober in seiner Wohnung in Köln widerstandslos festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat die drei Fälle wegen des Verdachts der Vergewaltigung und auch das Verfahren wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in Rheinland-Pfalz zusammengeführt. Der Beschuldigte bestreitet bislang jede Tatbeteiligung. pol