von unserer Mitarbeiterin Petra Malbrich

Gräfenberg — Drei Euro Eintrittspreis, Kinder in Begleitung Erwachsener waren frei. Die Kosten für die Turnhalle und die Bühne wollte man damit erwirtschaften. Das hätte ohne die Beziehungen der Vereinsmitglieder nie funktioniert.
"DJ JNZ ist professioneller DJ. Er tourt aktuell durch Düsseldorf", erklärt Hellerich. DJ JNZ, der mit bürgerlichem Namen Jens Bodenstein heißt, hat Bekannte, die auch bei Rock im Park die Bühnen aufstellten. Sie fuhren mit dem Equipment vor. Sehr günstig konnten die 4.1.4- er dem Gräfenberger Publikum professionelles Bühnenbild präsentieren. Die Stimmung im Verein war gut. 2000 Leute passen in die Halle, 400 dürfen aber aus Sicherheitsgründen nur hinein.
Den Dämpfer erhielten die jungen Leute des Vereins bereits beim Vorverkauf. "Nur 50 Karten waren verkauft", erinnert sich Hellerich. Am Tag des Konzerts stieg der Verkauf immerhin auf 150 Karten und die Mitglieder errechneten, davon immerhin den größten Teil der Unkosten irgendwie decken zu können. Dann schlossen sie den Vorverkauf, öffneten die Abendkasse. "Ein Security kam und wollte wissen, was er mit den Menschen außen tun sollte", erinnert sich Hellerich. Das war im Januar und es war bitterkalt. Als die Mitglieder dann an die Tür gingen, waren sie überwältigt von der Menschenmenge, die vor der Halle wartete. Etliche mussten wieder nach Hause geschickt werden. "Wir haben drei Mal durchgezählt und sind immer genau auf 414 gekommen", sagt Harald Albrecht augenzwinkernd.
Unterstützt worden sind sie von Christian Schönfelder, dem Jugendbeauftragten der Stadt, der den Verein der jungen Menschen für Jugendliche einfach gut findet. "Viele Jugendliche aus Gräfenberg halfen mit. Wenn heute irgendjemand von der Veranstaltung redet, sagen diese Jugendlichen stolz, dass sie mitgeholfen haben", sagen die Mitglieder von 4.1.4 in Love. "Mehr oder weniger Jugendarbeit leisten wir nicht. Wir sind kein neues Jugendzentrum und wollen auch kein anderer Verein sein. Das alles gibt es schon", verdeutlicht der Vorstand das Ziel des Vereins, bei dem jeder den anderen unterstützt und hilft, dessen Wünsche ein wenig Wirklichkeit werden zu lassen.
Der richtige Durchbruch für den Verein kam an der Kirchweih in Gräfenberg. Den Platz an der alten Apotheke haben sich 4.1.4 in Love ausgesucht. Ein großer Platz - wofür? Die umliegenden Wirtschaften signalisierten, keine Band zu engagieren, also war wieder Musik Mittelpunkt ihrer zweiten großen Veranstaltung in dem Jahr geworden. Keine Band engagieren, selbst auflegen, durch die DJs aus den eigenen Reihen. Jens Bodenstein hat sogar einen eigenen Vereinssong komponiert. "Wenn keiner zu unserem Platz gekommen wäre, hätten wir uns zusammengesetzt, Musik gehört, gelacht und Spaß gehabt", meint der 29-jährige gebürtige Gräfenberger. Aber es sind Leute gekommen. Jugendliche und junge Erwachsene. Auch diese Veranstaltung war ein Erfolg. Mit wenig Geld und viel Eigeninitiative haben sie ihre Jugendatmosphäre aufleben lassen, damit noch immer den Puls der Zeit getroffen und die Aufmerksamkeit der anderen Vereine auf sich gezogen.
Viel Arbeit steckt dahinter, viel Zeit, um alles vorzubereiten. Deshalb können die Mitglieder nicht wöchentlich Aktionen durchführen. "Wir sehen uns darin, Gräfenberg für junge Leute interessanter zu machen. Zu vermeiden, dass sie denken, mit 18 wohne ich nicht mehr in diesem Kaff, sondern lieber in der Stadt, wo etwas los ist", erklärt Thomas Hellerich.
Neben dem Jugendtreff gibt es sehr wohl einen Verein, der sich für die Belange der jungen Menschen interessiert und damit auch wertvolle Jugendarbeit leistet.