Über sechs neue Mitglieder konnte sich Vorsitzender Karl-Heinz Will bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises Kirchenmusik freuen. "Mit einem Mitgliederstand von aktuell 94 nähern wir uns langsam der 100er-Marke."
Frühlingskonzert mit Flöte und Gitarre im Kantorat, Bachkantatenkonzert mit dem Gesangverein Himmelkron und dem Kulmbacher Kammerorchester, Kirchweih- und Adventskonzert - es war wieder ein sehr erfolgreiches Kirchenmusikjahr, bilanzierte Will. Und auch die ersten beiden Veranstaltungen 2016 seien begeistert aufgenommen worden.
Einen besonderen Dank stattete der Vorsitzende Kirchenmusiker Thomas Grünke ab. Was er in Trebgast leiste, könne man nicht hoch genug bewerten. "Herzstück des Fördervereins ist der Chor, und natürlich ist es ein Vorteil, wenn Chor und Orchester unter der gleichen Leitung stehen." Einen Wunsch äußerte der Vorsitzende noch: Dass manchmal etwas mehr Trebgaster zu den Veranstaltungen kommen.
"Das Drillen hat Früchte getragen", beurteilte Bürgermeister Werner Diersch das erreichte Niveau der Kirchenmusik in Trebgast. Das Adventskonzert sei ein Highlight für die Gemeinde gewesen.
Pfarrer Peter Ahrens war froh über die Arbeit des Förderkreises. "Ich weiß, wieviel Aufwand an der Organisation solcher Veranstaltungen hängt."
In seinem Kassenbericht erläuterte Thomas Grünke, dass 2015 von den Einnahmen und Spenden die Instandhaltung eines von Manfred Häusler gespendeten Flügels, eine neue Orgelbeleuchtung, die Nachwuchsarbeit des Kinderchores "Johannes-Kids" und der Ausflug des St. Johannes-Chores finanziell unterstützt wurden. Man wolle nicht zu einem Konzertchor mutieren, sondern weiterhin den Gottesdienst mitgestalten. "Es kann nicht sein, dass wir tolle Konzerte bieten, und im Gottesdienst laufen alle weg."
Manfred Kolb stellte den Antrag, dass der Chor an den Einnahmen von Konzerten auch angemessen beteiligt wird. "Ich bin der Meinung, dass ein großer Teil des Erfolgs dieses Förderkreises auf den Chor zurückzuführen ist. Die Leute kommen nicht allein wegen des Kammerorchesters, sondern zu 50 Prozent auch wegen uns. Trotzdem gehen wir immer leer aus."
Vorsitzender Karl-Heinz Will stellte klar, dass man unterscheiden müsse, ob es sich um Veranstaltungen des Kammerorchesters oder des Förderkreises handelt. Im ersten Fall werde sich der Förderkreis künftig raushalten. Darüber sei intern schon gesprochen worden. "Bei Veranstaltungen des Förderkreises hätte ich ein Problem. Wenn wir da anfangen, den Chor zu bezahlen, kommen wir in ein Fahrwasser, das den Sinn und Zweck dessen, was bisher praktiziert wurde, infragestellt."
Hintergrund des Vorstoßes war das Weihnachtskonzert des Kulmbacher Kammerorchesters, an dem der St.-Johannes-Chor mitwirkte. Das Eintrittsgeld hatte, obwohl kein Veranstalter, der Förderkreis vereinnahmt. Thomas Grünke konnte inhaltlich noch mitgehen, dass davon auch der Chor partizipieren solle. "Aber darüber zu streiten, ob die Leute wegen des Orchesters oder des Chores kommen, das ist müßig."
Pfarrer Peter Ahrens ging noch einen Schritt weiter. Es sei nicht vorstellbar, dass ein ehrenamtlicher Kreis für seine Arbeit bezahlt werde. "Ein bezahlter Chor wäre kein Teil der Kirchengemeinde mehr", so der Geistliche. hd