Coburg — Über 150 Jahre besteht die Coburger Schülerverbindung "Casimiriana". Seit 125 Jahren pflegen deren Mitglieder Beziehungen zur Stadt Königsberg. Der Ursprung dafür liegt im Winter 1887/88. Damals - politisch war Königsberg, umringt von bayerischem Territorium, eine Exklave Sachsen-Coburgs und -Gothas - nahmen zwei junge Königsberger Damen mit Namen Sophie Leis und Hulda Carl an einer Tanzstunde in der Landeshauptstadt Coburg teil. Nachdem diese beiden mit Schülern der "Casimiriana" Freundschaft geschlossen hatten, unternahm die Schülerverbindung im Sommer 1889 sodann ihren ersten Ausflug nach Königsberg. Damit war der Grundstein einer Tradition gelegt, die bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist. Jährlich am Vorabend zu Christi Himmelfahrt kommt seitdem die "Casimiriana" auf dem Schlossberg zusammen, um in einem feierlichen Kommers den Semesterbeschluss zu feiern. Anschließend ziehen die Verbindungsschüler mit einem Fackelzug den Salzmarkt hinab zum Marktplatz und lassen dabei schmissige Burschenlieder durch die Altstadt hallen.

Laudatio auf Regiomontanus

Vor dem Regiomontanusbrunnen hält ein Jungmitglied der Schülerverbindung eine in lateinischer oder altgriechischer Sprache verfasste Laudatio auf den in Königsberg geborenen Mathematiker und Astronomen Regiomontanus. Nach der Weitergabe diverser Chargierten ämter und dem gemeinsamen Singen des Bundesliedes findet das für Teilnehmer und Zuschauer beeindruckende Erlebnis schließlich sein Ende.
2014 findet dieser Kommers nun zum 125. Mal in der Regiomontanusstadt statt. Aus diesem Grund lädt die Stadt Königsberg um 17 Uhr im Rathaussaal zu einem Empfang ein, bei dem u. a. Maro Ritter, Vorsitzender des Altherrenverbandes der "Casimiriana", über die Geschichte der Schülerverbindung und deren Beziehung zu Königsberg berichten wird. Nach dem Empfang werden die Gräber verstorbener Bundesbrüder auf dem Königsberger Friedhof besucht.
Der Kommers beginnt um 20 Uhr und findet im großen Saal der Rudolf-Mett-Halle statt. Gast wird dabei Oberbürgermeister Norbert Tessmer aus Coburg sein. Walter Schneider wird als Amtsbote auftreten.
Gegen 22.30 Uhr werden die Teilnehmer in einem Fackelzug unter Begleitung des Trommlerkorps der Bürgerwehr durch die Altstadt Königsbergs bis zum Marktplatz marschieren, wo am Rathaus eine Erinnerungstafel enthüllt werden wird. red