Vorstandswahlen, Ehrungen und die Hilfe für Flüchtlinge waren die Hauptinhalte der Caritas-Hauptversammlung am Freitag im Haus der kirchlichen Dienste. Günter Dippold wurde einstimmig zum Vorsitzenden und Dekan Michael Schüpferling zum Stellvertreter wiedergewählt. Im erweiterten Vorstand bleiben Annemarie Böhm, Sabine Scheer und Barbara Mahr.
Für langjährige Mitarbeit erhielten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, silberne und goldene Ehrennadeln. Für 20-jährige Treue wurden geehrt: Manuel Geiger, Angelika Dorsch und Diana Gentzsch von der Sozialstation Burgkunstadt. Die silberne Ehrennadel erhielten auch Sandra Schuberth vom Adam-Riese-Hort im Lautergrund sowie Ute Dinkel und Christine Welsch von der Sozialstation Lchtenfels. Über die goldene Ehrennadel für 25-jährige Treue freuten sich Vera Milton von der Sozialstation Lichtenfels und Beate Ehl, die in der sozialen- und Asylberatung tätig ist.


Neue Heimat für Demenzkranke

Dippold hob die neue Caritaseinrichtung in Bad Staffelstein "In der Heimat wohnen" hervor. Dort finde eine Demenzgruppe ihre neue Heimat. "Sie sind uns als Menschen weiterhin wertvoll", unterstrich der Vorsitzende. Den Gedanken der Gottesliebe werde in der Nächstenliebe lebendig.
Im Zusammenhang der Flüchtlingskrise betonte der Vorsitzende: "Wir dürfen die Menschen nicht aus den Augen verlieren und müssen ihnen mit Liebe begegnen." Sein Lob galt den engagierten Mitarbeitern: "Die Beschäftigten sind ein starkes Team."
Ein flammendes Plädoyer für die Wertschätzung von Menschen in sozialen Berufen hielt Geschäftsführer Richard Reich. So seien diese Garanten für eine qualifizierte Beratung, Betreuung, Förderung und Pflege. "Soziale Berufe tun den Menschen gut und müssen professionell gemacht werden", sagte Reich. Menschen in sozialen Berufen trügen dazu bei, dass für viele Menschen das Leben lebenswert und die Gesellschaft human bleibe. Am Beispiel der Pflegeberufe zeigte Reich auf, dass diese einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung einer würdevollen Pflege, Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen leisteten. Der Pflegedienst sei kein Job wie jeder andere, und seine Bedeutung stehe in keinem Verhältnis zu dem Ansehen, das ihm von Gesellschaft und Politik entgegengebracht werde. Der Geschäftsführer legte Daten und Zahlen der drei Sozialstationen in Lichtenfels, Bad Staffelstein und Burgkunstadt vor.


500 000 Kilometer im Dienst

Insgesamt wurden rund um die Uhr 500 000 Dienstkilometer gefahren. In der Behandlungspflege gab es 116 000 und die pflegerische Leistung summierte sich auf 219 000 Fälle. Großen Wert lege der Kreisverband auf die Beratung. Durch die zunehmende Armutssituation entstünden besondere Aufgaben. "9215 Menschen aus dem Landkreis Lichtenfels wurden im vergangenen Jahr beraten, betreut, gefördert und geholfen", zog er Bilanz. Besonders in der Asylpolitik setze der Kreisverband Prioritäten. Derzeit würden 680 Flüchtlinge in Unterkünften in Weismain, Lichtenfels, Bad Staffelstein und Ebensfeld betreut.
Eine gesicherte finanzielle Basis wurde beim Haushaltsplan 2016 deutlich. Der Gesamthaushalt sei mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von knapp zehn Millionen Euro vorgesehen, stellte der Geschäftsführer fest. Bei Einnahmen von 4,7 Millionen Euro und Ausgaben von 4,6 Millionen Euro ergebe sich ein möglicher Überschuss von 100 000 Euro. Im vergangenen Jahr musste man ein Defizit in gleicher Höhe hinnehmen. Die Personalkosten schlügen mit 3,9 Millionen Euro zu Buche. 1,2 Millionen öffentliche Zuschüsse seien eingeplant. Er hoffte, dass in Anbetracht der vielen Fahrzeugbewegungen der Spritpreis weiterhin niedrig bleibt. "Grundsätzlich aber sind wir auf Spendenmittel angewiesen, um die Einrichtungen des Kreis-Caritasverbandes Lichtenfels zu halten", unterstrich Reich.