Forchheim — Ziel der CSU-Stadtratsfraktion ist ein "nachhaltiges und qualitatives Bevölkerungswachstum". Dies erklärt die Fraktion in einer Pressemitteilung zur Stadtentwicklung.
"Wir wollen, dass Belange aller größeren Stadtteile - Buckenhofen, Burk, Kersbach und Reuth - berücksichtigt werden und diese entsprechende und grundsätzlich gleichberechtigte Perspektiven erhalten", erläutert Udo Schönfelder, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, in der Mitteilung.
Vor etwa vier Jahren sei auf Betreiben der CSU hin die Analyse vorhandener Baulücken erfolgt. Eine "Nachverdichtung" sei sinnvoll. "Allerdings waren nur etwa 15 Prozent aller Baulücken-Besitzer bereit, kurz- oder mittelfristig Wohnungsbau zu realisieren", heißt es weiter.
Zu beobachten sei, dass es vor Ort einen erheblichen Nachfrageüberhang gebe, sowohl Externe aber auch viele Forchheimer suchten Bauland, dies bei sehr geringfügigen Angeboten. Die Folge: Die Preise für Bauland schnellten weiterhin in die Höhe und wichtige Entwicklungsimpulse gingen an Forchheim - zu Gunsten umliegender Kommunen - vorbei. Die Nachbargemeinden seien innerhalb der letzten Jahrzehnte um über 30 bis 40 Prozent gewachsen, Forchheim von 1970 (27 883 Einwohner) bis 2011 (30 329) nur um neun Prozent. "Fakt ist, dass Forchheim bevölkerungsmäßig auf der Stelle tritt, während Nachbargemeinden massiv gewachsen sind", heißt es weiter.

Offener Brieg an die BI

In einem offenen Brief an Ingolf Franke, Sprecher der "Bürgerinitiative zum Schutz der Reuther Hänge", die sich gegen ein geplantes Baugebiet im östlichen Stadtteil wehrt, schreibt Udo Schönfelder darüber hinaus: "Wir stehen dafür, dass Forchheim sich mittel- bis langfristig sich eher Richtung 33 000 als Richtung 27 000 Einwohner entwickelt und dies aus guten Gründen, insbesondere um die Zukunft wichtiger und attraktiver Einrichtungen wie Kitas, Schulen, kulturelle Projekte, Feuerwehren, Förderung sozialer Projekte, Sportförderung, Königsbad, Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten dauerhaft sicherzustellen. Es ist uns ein Herzensanliegen, dass Wachstum nicht nur in einem Stadtteil (Kersbach) stattfindet, welcher gegebenenfalls infrastrukturell überhitzt, sondern dass alle Stadtteile - also auch Buckenhofen, Burk und Reuth - hierbei ihre Perspektiven und Chancen erhalten."
Forchheim stelle viele und künftig noch mehr Arbeitsplätze und betreibe attraktive und moderne, aber eben auch kostenintensive Infrastruktureinrichtungen. Schönfelder sieht die Gefahr, dass Forchheim künftig die Infrastrukturmaßnahmen und freiwillige Förderungen kaum mehr finanzieren könne und fürs Umland Arbeitsplätze vorhalte, wohingegen Häuslebauer und Familiengründer überwiegend in einem Speckgürtel rund um Forchheim tätig würden. red