von unserem Redaktionsmitglied Hans Kurz

Buttenheim — Buttenheim hat ein Luxusproblem. "Es ist Ansiedlungsdruck vorhanden", stellt Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG) fest. Das heißt, die Nachfrage nach Baugrundstücken im Kernort ist größer als das, was die Gemeinde derzeit anbieten kann. Darum hatte der Bürgermeister bereits vor einem Jahr, als der Beschluss, das umstrittene Baugebiet Erlach-Nord auszuweisen, vertagt wurde, ein Gesamtkonzept für Buttenheim gefordert.
Daraufhin wurden drei Planungsbüros beauftragt, sich Gedanken über die zukünftige bauliche Entwicklung Buttenheims zu machen. Die Aufgabenstellung war recht klar umrissen: Buttenheims einzige Möglichkeit zu einer räumlichen Ausweitung liegt im Nordwesten - innerhalb und entlang der geplanten, im November 2013 auch in einem Bürgerentscheid bestätigten Umgehungsstraße. Denn im Westen begrenzt die Autobahn eine weitere Expansion, im Süden sind es Überschwemmungsgebiete und im Osten landwirtschaftliche Flächen. Aufgezeigt werden sollten sowohl aktuell realisierbare Möglichkeiten für Wohn-, Gewerbe- und Mischgebiete, als auch Entwicklungschancen für die kommenden Jahrzehnte.


Innerörtliche Baulücken

"Wir wollen auf 30 Jahre vorausschauen, aber einiges brauchen wir jetzt schon", formulierte es Karmann im Marktgemeinderat, dem nun die Büros IVS (Kronach), Plan & Werk (Bamberg) und Wittmann, Valier und Partner (Bamberg) ihre Überlegungen vorstellten. Sowohl Norbert Köhler (IVS) als auch Franz Ullrich (Plan & Werk) wiesen für den kurzfristigen Wohnbaubedarf auch auf die vorhandenen freien Grundstücke im Ort und innerhalb bestehender Bebauungspläne hin. Köhler schätzte "70 bis 80 unbebaute Grundstücke", Ullrich nannte "etwa 80 000 Quadratmeter". Bürgermeister Karmann verwies darauf, dass im Rahmen eines integrierten Flächenmanagements demnächst die Bau- beziehungsweise Verkaufswilligkeit der Eigentümer dieser Grundstücke abgefragt werden müsse.
In ihrer Zukunftsperspektive setzen diese beiden Büros ihre Schwerpunkte innerhalb der geplanten Umgehungsstraße. Im westlichen Bereich, Neben Rewe-Zentrallager und der Firma Salzbrenner besteht demnach die Möglichkeit weitere Gewerbeflächen auszuweisen. Getrennt durch Grünflächen oder Mischgebiete könnten nördlich des bestehenden Bebauungsplans Bamberger Weg dann weitere Wohnbauflächen entstehen, die je nach Bedarf etappenweise erschlossen werden könnten.
Karmann wies auf das Problem des Immissionsschutzes hin. Aktuell liege hier der Lärmpegel von der Autobahn her um zehn Dezibel über dem was für ein Wohngebiet nachts als Grenzwert gilt. Zwar ist bereits eine neue Schallschutzwand für die Autobahn in Planung, eine Neuberechnung und Messung, die auch andere Lärmquellen wie etwa die Bahn einbeziehen müsse, können aber erst nach Errichtung der Schallschutzwand erfolgen.


Eine Frage der Lage

Kein Problem mit Lärmimmissionen gäbe es dagegen dort, wo Gerhard Wittmann vom Büro Wittmann, Valier und Partner, den Schwerpunkt künftiger Wohnbebauung sah. Als einziger verlegte er diesen auf den Bereich östlich der bestehenden Staatsstraße nach Seigendorf. Dabei würde jedoch das Plateau über Buttenheim ziemlich hoch hinauf bebaut werden. Eine Tatsache die vielen schon bei Baugebiet Erlach und an den Plänen für Erlach-Nord missfällt. So zeigte sich Bernhard Bickel (NWG) "geschockt von dem riesigen Ausmaß", das über Erlach-Nord hinausgehe. Punkten konnte Wittmann dagegen damit, dass seiner Auffassung nach ein zweiter Kreisverkehr zur Erschließung von künftigen Gewerbe- und/oder Wohnbauflächen an der geplanten Umgehungsstraße nicht nötig wäre .
Die vorgestellten Ideen sollen nun von den Mitgliedern des Marktgemeinderats bewertet werden. Bevor sich das Gremium dann erneut zur Debatte darüber zusammensetzt, will man jedoch noch das Ergebnis der Eigentümerbefragung zu den innerörtlichen Baulücken abwarten.