Es war eine etwas andere Wahlkampfveranstaltung, mit der der SPD-Bürgermeisterkandidat der Gemeinde Steinbach am Wald, Peter Grüdl, im gut besuchten Sportheim um das Vertrauen der Bürger am 12. März warb. Nach seiner Vorstellung stellte er gleich zu Beginn klar, dass es ein gutes Gefühl sei, dass seine Frau Kerstin und die beiden Töchter voll hinter ihm stünden und sein Streben nach dem Bürgermeisteramt geschlossen unterstützen würden.


"Bürger einbinden"

Kurz ging Grüdl auf die Schwerpunkte seiner möglichen künftigen Arbeit ein. Als Bürgermeister würde er auf die Schwerpunkte Finanzen, Generationenförderung, Freizeit und Tourismus, Bildung und Wirtschaft setzen. Die Bürger sollten so weit wie möglich in das Geschehen mit eingebunden werden.
Und Grüdl setzte das "Einbinden" gleich in die Tat um. Die Teilnehmer der Veranstaltung wurden aufgefordert, ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Es ging um Fragen wie: Was finden Sie in ihrer Gemeinde gut? Wo besteht Handlungsbedarf? Danach wurden die einzelnen Punkte "abgearbeitet". Es wurden Stichpunkte wie Tourismus, Wirtschaft, Freizeitsee, Lkw-Verkehr am Rennsteig, alte Schule, Leerstände geäußert. Grüdl stellte sich den Themen und versuchte, seine Einschätzung den Zuhörern zu verdeutlichen.


Kontakt mit Unternehmern

Bezüglich Tourismusförderung sprach Grüdl von der Gründung eines Tourismusstammtisches, an dem die Ideen und Vorschläge der Teilnehmer gebündelt werden. Er verspricht sich davon neue Impulse. Er ging auch auf den Ölschnitzsee ein. Hier nähmen der Pächter der Ölschnitzseehütte und der Landkreis Investitionen in die Hand, um das Areal rund um den See attraktiver zu gestalten, erklärte er.
Bezüglich der Stärkung der Wirtschaft will Grüdl wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen ausbauen. Zudem will er einen engen Kontakt mit den Unternehmern pflegen. Deutlich bracht er auch zum Ausdruck, dass für ihn eine starke Wirtschaft mit einem starken Bildungsangebot verbunden sei. Deshalb will er für ein weiterführendes Schulangebot direkt in der Rennsteig-Region kämpfen.
Bei der Versammlung wurden des Weiteren die fehlenden Nahverkehrsverbindungen innerhalb der Gemeinde und der gesamten Rennsteig-Region angesprochen. Grüdl befürwortet das Mobilitätskonzept des Landkreises und hofft auf baldige Umsetzung. Als mögliche Ergänzung könnte ein Bürgerbus innerhalb der Gemeinde eingesetzt werden. Es müsse möglich gemacht werden, dass die Bürger innerhalb der Ortschaft zum Arzt können und dass auch die Schüler am Nachmittag nach Hause kommen.
Bezüglich der Beseitigung von Leerständen will der SPD-Bürgermeisterkandidat junge Menschen ins Boot holen. Mit dem Erwerb einer solchen Immobilie seien auch Vorteile verbunden. Denn abgesehen von einem günstigen Kaufpreis seien auch die entsprechenden Wasser-, Kanal- und Stromanschlüsse vorhanden. "Da spart man eine Menge Geld!" Durchaus kann sich der Bürgermeisterkandidat bei solchen Investitionen auch einen Zuschuss durch die Gemeinde vorstellen.


"Lebensqualität für Generationen"

Weiterentwickeln will der Buchbacher das nahtlose Betreuungsnetzwerk "Lebensqualität für Generationen". Er will sich dafür einsetzen, dass die Generationen gemeinsam an einem Strang ziehen.
Es wurde auch ein mögliches Nutzungskonzept für die alte Schule in Hirschfeld angesprochen. Reiner Wachter konnte sich hier die Etablierung einer Tagespflege vorstellen. Diesbezüglich wies Grüdl darauf hin, dass in Kehlbach ein ähnliches Gebäude vorhanden sei. Er meinte, dass eine parallel laufende Sanierung der beiden alten Schulen finanziell nicht zu stemmen sei.
Der Unternehmer Stefan Neubauer wünschte, dass in Zukunft auch verstärkt die Belange der kleineren Unternehmen berücksichtigt werden. Denn kleine Betriebe hätten keine Lobby wie beispielsweise die Glasindustrie.
Weiter wurde die Ausweisung von Radwegen und die Nahversorgung angesprochen. Gewünscht wurden auch regelmäßige Öffnungszeiten am Freizeitsee. Peter Grüdl nahm insgesamt eine Menge Anregungen mit. Abschließend meinte er, dass er sich sehr freuen würde, wenn ihn die Anwesenden am 12. März ihr Vertrauen schenken würden.