Weismain — "Weismain hat 35 Prozent mehr Personal als Altenkunstadt. In Altenkunstadt kommt auf 414 Einwohner ein Mitarbeiter, in Weismain bereits auf 279 Einwohner ein Mitarbeiter." Zu diesem Ergebnis kommt der Bürgerblock (BB) in einer seiner insgesamt acht Anfragen und Anträge an die Stadt Weismain.
"Das ist Firlefanz", erwiderte Geschäftsstellenleiter Dietmar Zwillich in der jüngsten Stadtratssitzung mit hochrotem Kopf. Später fügte Zwillich hinzu: "Wenn falsche Behauptungen aufgestellt werden, dann reagiere ich verärgert." Als persönlichen Angriff auf bestimmte Personen wollte er seine Äußerung allerdings nicht verstanden wissen. Zwillich widerlegte in seiner Funktion als Kämmerer die in der Anfrage aufgestellten Behauptungen. In Weismain habe man zwar 17 Bedienstete und in Altenkunstadt nur zwölf. Berücksichtige man jedoch die Halbtageskräfte, dann komme man auf 14,5 Vollzeitkräfte. Außerdem, so Zwillich, habe Altenkunstadt Aufgaben, die in Weismain von Mitarbeitern erledigt würden, an externe Firmen ausgelagert.
Den Berechnungen der Wählervereinigung zufolge sollen die Personalkosten von 2014 auf 2015 um 419 000 Euro gestiegen sein. "Das stimmt nicht. In Wirklichkeit waren es nur 167 000 Euro", stellte Zwillich klar. Mit rund 20 Prozent Personalkosten am Verwaltungshaushalt, so der Experte, liege man unter dem bayerischen Durschnitt.


Streit um Etataufstellung

Ein weiterer Punkt betraf die Verabschiedung des Haushaltes. Nach Ansicht des Bürgerblocks sollte der Haushaltsplan für das nächste Jahr bereits Ende des laufenden Jahres verabschiedet werden. Davon hielt Zwillich nicht viel: "Da viele Einnahmen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt sind, wäre das Zahlenwerk Makulatur."
Auch die Frage "Wann ist mit der Sanierung des Rathauses zu rechnen?" wurde gestellt. "Im Finanzplan für die Jahre 2016 und 2017 wurden Planungskosten eingestellt", antwortete Zwillich. Zugleich betonte er, dass keine Gefahr in Verzug sei. Für den Geschäftsstellenleiter gibt es dringendere Probleme. Als Beispiel nannte er die Sanierung der Altstadtkanalisation.
Auch der Vandalismus auf den Spielplätzen wurde angesprochen. "Ein ärgerliches Thema", meinte Zwillich. Mit dem Erlass einer Sicherheitsverordnung lasse sich das Problem allerdings nicht in den Griff bekommen. "Durch eine Verordnung, die nur Geld verursacht, lässt sich niemand abhalten, etwas zu zerstören. Der Vollzug ist der entscheidende Punkt. Wir sind auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen", sagte Zwillich.
Weismain ist mit Alten- und Pflegeeinrichtungen gut versorgt. Zum einen gibt es das ASB-Seniorenzentrum, zum andern die private Tagespflege von Olga Fischer. Es hätten sogar noch zwei weitere Einrichtungen hinzukommen können - doch die Antragsteller zogen jetzt ihre Bauvorhaben zurück, wie in der Sitzung bekannt wurde. Der als Fußballlehrer (unter anderem Grazer AK) und Mentaltrainer bekannte Österreicher Adi Pinter, der in Weismain eine zweite Heimat gefunden hat, wollte in seinem schlossähnlichen Gebäude im Waldweg mit der Firma Arcotec aus Düsseldorf ein Pflegeheim errichten. Alona Fischer verzichtete darauf, in der Sandleite ein Wohnstift zu errichten.
Die Sanierung der Ortskanäle in Bernreuth, Frankenberg, Geu tenreuth, Görau, Mosenberg, Siedamsdorf, Weiden und Wallersberg wird vom Freistaat mit 134 000 Euro bezuschusst.
Der Fremdenverkehr ist ein Pfund, mit dem die Stadt Weismain wuchern möchte. Da kommt es nicht so gut, wenn auf dem Vorplatz zum Kastenhof, in dem sich das Fremdenverkehrsbüro befindet, zwischen den Steinen das Unkraut hervorschießt. Gabi Huber (GUB) machte den Bürgermeister auf den Missstand aufmerksam. "Ich werde Ihre Beobachtung an unser Bau- und Gartenabteilung weitergeben, die sich der Sache annehmen werden", versprach Udo Dauer.
Der Mobilfunkbetreiber Vodafone sucht in Buckendorf einen Standort für einen Mobilfunkmasten. "Damit möchte er die Autobahn, aber auch die Ortsteile Weiden und Modschiedel, in denen der Empfang schlecht ist, versorgen", teilte der Bürgermeister mit. Julia Spörlein (CSU) plädierte dafür, die Bürger mit ins Boot zu holen. "Viele Bürger sind dagegen, da sie sich schon durch Autobahn und Solarpark genug belastet fühlen", begründete sie ihre Forderung. "Es gibt auch andere Meinungen", widersprach ihr Rudolf Dück (CSU).


Neue Ehrung vorgeschlagen

Bürger, die sich uneigennützig für die Allgemeinheit einsetzen, können in Weismain mit der silbernen und goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet oder zum Ehrenbürger ernannt werden. Die SPD möchte eine weitere Ehrungsmöglichkeit hinzufügen: die Ehrennadel für besondere Verdienste oder Leistungen. "Menschen, die sich zum Beispiel im Sport, bei der Feuerwehr oder in den Sozialeinrichtungen besondere Verdienste erworben haben, sollen damit dekoriert werden", erläuterte Dreiseitel. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.