von unserer Mitarbeiterin  Anke Lau

Lisberg — Im Kolmsdorfer Weg und in der Kasernstraße in Lisberg herrscht, außer in den Ferien, morgens reger Straßenverkehr. Der Schulbus rangiert mit autofahrenden Eltern vor der Schule um die Wette, Gegenverkehr weicht auch schon mal über den Gehsteig aus. Nun befürchten die Anwohner eine Mehrbelastung mit großen Fahrzeugen, wenn der Landwirt und Gemeinderat Dieter Laufer einen Teil seiner Landwirtschaft außerhalb des Ortes aussiedelt. Dessen Bauvoranfrage auf Teilaussiedlung war bereits in der April-Sitzung des Gemeinderats mehrheitlich befürwortet worden. Grundsätzlich jedoch, dass betonte Herwig Hippacher als Sprecher anliegender Bürger, befürworte man die Teilaussiedlung. Nur für die Zufahrt zum geplanten Baugrundstück im Bereich "Heiligengraben" müsse nach einer Alternative gesucht werden. Hippacher überreichte dem Gemeinderat jetzt eine Unterschriftenliste und einen Antrag von 192 Bürgern und erläuterte deren Anliegen.
In den betroffenen Straßen dürfe 30 Stundenkilometer gefahren werden, die Straßendecke würde unter dem zusätzlichen Schwerlastverkehr erheblich leiden, die Kosten blieben zu 40 Prozent bei den Anliegern. Bereits jetzt sei die Straße durch die Lkws eines anliegenden Bauunternehmens belastet. Nicht sehr glaubwürdig fanden die Anlieger die Begründung des Landwirtes, den Ort, besonders im Bereich Kindergarten, Kirche und Burg, entlasten zu wollen. Denn von den dort drei weiteren bewohnten Häusern gehörten zwei ihm selbst. Im Bereich Kolmsdorfer Weg/Kasern straße würden jedoch 50 Haushalte belastet. Der zunehmende Verkehr mindere außerdem die Wohnqualität und den Wert der Immobilien der Anlieger. Würde Laufer eine andere Zufahrt zu seinem Grundstück finden, würden auch der Kolmsdorfer Weg und die Kasernstraße entlastet. Dafür gab es von den mehr als 45 Zuhörern, die teilweise im Treppenhaus standen, spontanen Applaus.

Alternative Zufahrt

Dritte Bürgermeisterin Karin Geyer (BBL) wollte von Hippacher eine alternative Zufahrt genannt bekommen. Zweiter Bürgermeister Bernhard Lösel (CSU) erkundigte sich nach dem Sachstand und wer den Preis zahle, wenn kein anderer Weg gefunden werde. Gemeinderat Harald Schneider (ÜPL) mahnte: "Es sind 190 Bürger, die einen Alternativweg wünschen. Die können wir nicht einfach ignorieren!" Nach langer Diskussion wurde der Bauantrag auf Teilaussiedlung mit der Auflage, den Antrag der Bürger, eine andere Zufahrtslösung beziehungsweise ein Umgehungskonzept anzustreben, zu prüfen, mit 7:3 Stimmen befürwortet.
Das Vorranggebiet 135 liegt auf Gemarkungen der Gemeinden Viereth-Trunstadt, Priesendorf und Lisberg. Zu dem Bau von zwei Windkraftanlagen in diesem Gebiet, je eins auf Priesendorfer und Viereth-Trunstadter Gemarkung hatte die Gemeinde Lisberg als Anlieger nun eine Stellungnahme abzugeben. Unter diversen Voraussetzungen erteilte sie das gemeindliche Einvernehmen. Da sich eines der beiden Windräder in unmittelbarer Nähe zum Steiger waldpanoramaweg und neben der Kreuzung Weiherer Straße - Stückbrunn befindet, soll die Eiswurfgefahr durch den Einbau eines Eiswurfwarnsystem vermieden werden.
Auch sollte noch einmal die Kulissenwirkung mit Blickrichtung Süd-Nord für die Burg Lisberg geprüft werden. Da sich im Dach des Trabelsdorfer Schlosses Fledermäuse niedergelassen haben, soll ebenfalls geprüft werden, ob diese durch die Windräder beeinträchtigt werden. Außerdem sollen die Blinklichter der beiden Windräder synchronisiert und auf das notwendige Maß reduziert werden.

Der Mast soll weg

Noch einmal ging es um Belange im Bereich Kasernstraße. Anlieger der Kasernstraße, auf deren Grundstück sich ein Hochspannungsmast befindet, wünschen den Abbau der 20-kV-Leitungen und schlagen die Erdverkabelung des Oberdorfes vor. Bereits einmal habe der Mast gebrannt, Bayernwerk nennt das Lichtbogen, der keine Gefährdung für die Anwohner darstelle. Außerdem nutzen die Vögel die Stromkabel als Treffpunkt, was zu einer starken Verkotung durch diese am Haus und auf dem Grundstück führt. Eine Erdverkabelung würde etwa 80 000 Euro kosten, woran sich die Gemeinde zur Hälfte beteiligen würde, die andere Hälfte hätten die etwa 30 Anlieger zu tragen, informierte Bürgermeister Michael Bergrab über eine Besprechung mit dem Bayernwerk. Prinzipiell wäre Bayernwerk einverstanden, das Oberdorf zu verkabeln, obwohl der Mast noch dreißig Jahre halten würde. Alternativ bietet der Stromversorger an, den Mast stehen zu lassen und Fähnchen für etwa 3000 Euro gegen die Vögel anzubringen. Die Anlieger würden doppelt von einer Erdverkabelung profitieren, denn die Grunddienstbarkeit würde gelöscht, die Verkotung reduziert und die Grundstücke im Wert gesteigert.
Die nächste Gemeinderatssitzung ist für den 7. Juli geplant.