von unserer Mitarbeiterin 
Christiane Reuther

Knetzgau — Von Anfang an war geplant, während der Sanierung der Dreiberg-Schule einzelne Schulklassen für die Dauer der Sanierungsarbeiten in einen Nebenraum der Franz-Hofmann-Halle als Ausweichstandort zu verlagern. Daran ändert auch die Schließung der Halle wegen brandschutztechnischer Mängel nichts, wie in der Sitzung des Gemeinderates Knetzgau am Montagabend deutlich wurde. Nach Rücksprachen mit dem Brandschutzgutachter, dem Landratsamt, dem Lehrerkollegium und den Eltern kam man Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) zufolge überein, dass der Schulbetrieb im Nebenraum der Halle möglich ist.
Nach einer Besichtigung der Alternativstandorte - altes Rathaus und "Gotteshütte" - haben sich die Eltern mehrheitlich für eine Unterbringung der beiden Klassen im Seitentrakt der Franz-Hofmann-Halle entschieden. Laut Bürgermeister wird die Verwaltung dafür Sorge tragen, dass der Hallenbereich durch bauliche Abriegelung von den Schülern nicht betreten wird und ein Brandüberschlag nicht erfolgen kann. Die sanitären Anlagen können genutzt werden.

Gebühren sollen erhöht werden

Dass die eigene Finanzierung Auswirkungen auf die Fördersituation haben kann, versetzte den Knetzgauer Gemeinderat in Erstaunen. Dass dies so ist, musste selbst Kämmerer Marco Depner bei Gesprächen mit der Regierung so hinnehmen. Man könne gerade für die anstehende Schulsanierung keinen Höchstfördersatz in Anspruch nehmen, wenn die Gemeinde bei den eigenen Gebühren im unteren Bereich liege, erläuterte der Kämmerer dem Rat.
Depner legte dem Gremium eine Kalkulation mit Neufestsetzung von Abgaben und Gebühren zum 1. Januar 2015 vor, über die man laut Bürgermeister Paulus in der nächsten Sitzung vor Weihnachten eine Einigkeit erzielen müsse. Dass eine moderate Erhöhung notwendig sei, um zukünftig als Gemeinde handlungsfähig zu bleiben, darüber waren sich die Fraktionen bei der Vorberatung im Großen und Ganzen einig.
Defizite müsse man Depner zufolge vor allem bei den Kindergartengebühren (250 000 Euro) hinnehmen, aber auch für die Wassergebühren liege man mit bisher 0,80 Euro eher im unteren Bereich. Auch im Friedhofswesen würden die Einnahmen nicht die laufenden Ausgaben decken. Bei den Abfallgebühren habe man einen leichten Überschuss erwirtschaftet, den man den Bürgern gutschreiben werde. Stefan Seubert gab zu bedenken, dass man Geräte modernisieren und Stromfresser herausnehmen müsse, um auf Dauer Geld zu sparen.
Zu einer lebhaften Diskussion führte der Einwand von Mark Zehe (CSU), der die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung in Frage stellte und einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Finanzen für die Bürger forderte. Bereits zu Beginn der Sitzung hatte Zehe nachgefragt, warum die Informationsveranstaltung für das Tierheim in Zell auf denselben Termin wie die Gemeinderatssitzung falle. Laut Bürgermeister Paulus ist die Sitzung mit wichtigen Themen vor der Informationsveranstaltung anberaumt worden. Bernhard Jilke hatte in Vertretung für den Bürgermeister die Sitzung in Knetzgau verlassen, um an der Informationsveranstaltung in Zell teilzunehmen.
In Anbetracht der Gebührenerhöhung monierte Mark Zehe die Pflichtaufgaben der Gemeinde, etwa den Verkauf von Grundstücken unter dem Wert. Auch den Vorwurf der Schließung der Franz-Hofmann-Halle musste sich Paulus gefallen lassen. Mit dem Anliegen einer Sanierung der Halle sei die CSU-Fraktion schon vor längerem an den Bürgermeister herangetreten. Paulus verwies dazu auf die großen Investitionen, die im Gemeinderat mit mehrheitlicher Zustimmung gestemmt worden waren.
Heinrich Düring (SPD) räumte ein, dass man eine Erhöhung der Gebühren schon früher hätte angehen müssen. Man habe jedoch mehrheitlich über alle großen Investitionen im Kollegium abgestimmt. Nicht nur für Robert Beetz (CWG) und Udo Vogt (FDP/FB) waren die Angriffe seitens der CSU-Fraktion unverständlich. Bernhard Jilke (FDP/FB) mahnte, dass man eine Gebührenkalkulation nicht im gleichen Atemzug mit der Franz-Hofmann-Halle als "Millionen-Grab" ansprechen könne. Über das weitere Vorgehen in Sachen Gebührenerhöhung wird in der nächsten Sitzung ein Beschluss gefasst.