von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Weisendorf — Gegen die Stimmen der beiden Grünen erfolgte im Weisendorfer Gemeinderat die Beschlussfassung über die frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan "Buch - östlich der Hopfenleithe" im Ortsteil Buch.
Der Tagesordnungspunkt war von Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) noch nicht mal richtig aufgerufen, als sich Norbert Maier (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort meldete und die Ablehnung seiner Fraktion ankündigte. Nach Meinung der Grünen entspricht der Bebauungsplan nicht dem rechtsgültigen Flächennutzungsplan, und Maier forderte, erst die Baulücken in dem Weisendorfer Ortsteil zu füllen. Außerdem bemängelte er die noch fehlende spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP).
Aufgrund dieser Wortmeldung entwickelte sich eine rege Diskussion, und Bürgermeister Süß wies darauf hin, dass der Bebauungsplan aus dem Flächennutzungsplan entwickelt wurde. Zur von Maier geforderten "Innen- statt Außenentwicklung" erklärte der Bürgermeister, dass beides stattfinde und es in Buch bei über zwanzig Nachfragen nach Bauplätzen aktuell zehn Baulücken geben würde.
Karl-Heinz Hertlein (CSU) sah die Sachlage anders als die Grünen. "Die Gemeinde ist bemüht, Baulücken zu schließen, und wenn der Standard gehalten werden soll, dann müssen Baugebiete ausgewiesen werden, auch wenn der Flächenverbrauch manchmal schmerzhaft sei", erklärte der Zweite Bürgermeister. Auch Ludwig Paulus (SPD) wäre eine Innenbebauung lieber, allerdings sehe der Flächennutzungsplan die Erweiterung in Buch bereits vor.
Der Diskussion vor der eigentlichen Behandlung der Stellungnahmen machte schließlich Hans Kreiner (CSU) ein Ende und stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung. "Die Tagesordnung sieht etwas anderes vor, oder bin ich vielleicht in der falschen Sitzung? Statements und Plädoyers gehören zum jeweiligen Punkt und nicht vorher", erklärte Kreiner etwas verärgert. Die Stellungnahmen wurden dann ohne weitere Wortmeldungen abgehandelt und jeweils gegen die beiden Stimmen der Grünen beschlossen.

BN kritisiert Flächenverbrauch

Bei den Stellungnahmen gab es von der Unteren Naturschutzbehörde keine Zustimmung, da die Ausgleichfläche nicht den Vorgaben entsprechen würde. Der Beschlussvorschlag sah deswegen vor, die dargestellte Ausgleichsfläche auf eine Breite von fünf Metern zu reduzieren und den ökologischen Ausgleich vollständig über das Ökokonto der Gemeinde zu realisieren. Der Bund Naturschutz sieht das Ziel der flächensparenden Siedlungsentwicklung verfehlt. Der Beschlussvorschlag wies nochmal darauf hin, dass sich die innerörtlichen Baulücken im Privatbesitz befinden und die Gemeinde darauf keinen Zugriff habe. Nach Einarbeitung der Hinweise und Beschlussergebnisse wird der Bebauungsplan erneut für die Dauer von einem Monat im Rathaus öffentlich ausgelegt.