Coburg — "Von Kirchen, Ketzern und anderen Blindenführern" berichtet der international renommierte Kunsthistoriker Jürgen Müller von der Technischen Universität Dresden bei einem Vortragsabend der Historischen Gesellschaft Coburg am Mittwoch, 26. November, um 19.30 Uhr im Kunstverein. Müller spricht über Pieter Bruegels d. Ä. "Blindensturz" und die Ästhetik der Subversion.
Der Flame Pieter Bruegel (1525/30 bis 1569) ist einer der berühmtesten und tiefsinnigsten Maler aus der Zeit von Herzog Johann Casimir, dem anlässlich seines 450. Todestages in diesem Jahr in Coburg besonders gedacht wird. Sünde, Tugend, Tod, Krankheiten, aber auch sinnliche Lebens freuden des Alltags sind seine Themen, die er oft mit den symbolischen Stilmitteln der "Verkehrten Welt" kritisch und satirisch aufarbeitete. Mit dem Bild "Blindensturz" erhalten wir Einblick in die soziale und religiöse Welt des 16. Jahrhunderts, deren Grundbedingungen des Menschlichen auch für das Coburger Land galten.
Jürgen Müller hat an der Technischen Universität Dresden den Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte inne. Seine Schwerpunkte liegen in der altdeutschen und altniederländischen Malerei, der Kunst des Manierismus, der Malerei des Goldenen Zeitalters sowie in den Bereichen der Fotografie und des Films. ct