von unserem Mitarbeiter  Horst Lange

Reckendorf — Auch die Johanniter Kinderinsel darf sich in diesem Jahr über die Auszahlung eines Qualitätsbonus plus freuen. Denn das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration teilte dem Gemeinderat Reckendorf mit, dass zur Qualitätsverbesserung der Kindergärten eben jener Qulitätsbonus plus ausgezahlt wird. Dieser beträgt pro Kind 53,69 Euro, für den Reckendorfer Kindergarten stehen demnach bei 108 Kindern 5798,52 Euro ins Haus, hinzu kommt derselbe Betrag, den die Gemeinde Reckendorf verausgaben muss und Voraussetzung für die Bewilligung des Qualitätsbonus ist. Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat Reckendorf, der Johanniter Kinderinsel diesen Qualitätsbonus zur Qualitätsverbesserung zu gewähren.
Weiter ging es um eine Bündelausschreibung Strom. Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) erläuterte, dass aufgrund des Honorarangebotes ein Vertragsabschluss mit jeder einzelnen Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft insgesamt teurer wäre als mit einer Bündelausschreibung mit der Firma Kubus. Mehrere Stromlieferanten seien aus Sicht der Verwaltung für die Abwicklung und Abrechnung von vier Kommunen und der VG mit derzeit 146 Abnahmestellen in fünf Behörden nicht sinnvoll. Auf Reckendorf entfielen für die Durchführung der Ausschreibung ein Kostenanteil von 709,24 Euro, bei einer Einzelausschreibung wären dies 1255,45 Euro gewesen. So beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme die Teilnahme an der Bündelausschreibung mit Normalstrom. Ökostrom wäre fünf bis sechs Prozent teurer gewesen.
Mehr formalen Charakter hatte die Genehmigung der Annahme von Zuwendungen für kommunale und gemeinnützige Zwecke. Die Gemeinde Reckendorf nahm in letzten Jahr 1315 Euro an Spenden ein, die zweckgebunden verwendet wurden, der Gemeinderat genehmigte einstimmig die Annahme dieser Zuwendungen.

Mehr tun für Senioren

Die seniorenpolitische Planung und das Wohnen im Alter ist auch in Reckendorf ein Thema. Informationen hierzu gab es in der Sitzung von Sina Wicht, Generationenbeauftragte des Landkreises. Der demografische Wandel bringe, so Wicht, mit sich, dass die Menschen immer älter würden, dafür immer durch sinkende Geburtenzahlen weniger und schließlich auch "bunter" würden. Der Babyboom würde zum Seniorboom, die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund würde bis 2020 um 23 Prozent auf 2,96 Millionen steigen, die Zahl ohne Migrationshintergrund um vier Prozent auf 9,72 Millionen Menschen sinken.
Ähnliches gilt auch für Reckendorf. Bei relativ konstanter Bevölkerungszahl von rund 2000 Einwohnern wird bis zum Jahr 2033 in Reckendorf die Zahl der Bewohner über 65 von derzeit 335 Personen um 72 Prozent auf 577 steigen, während die Altersgruppen der unter 18-Jährigen und der 18 bis 65-Jährigen um 23 bzw. elf Prozent sinken wird. Diesen Wandel müsse man sich stellen und ihm begegnen, befand Bürgermeister Deinlein. So reifen in Reckendorf die Gedankenspiele, die Möglichkeiten von seniorengerechtem Wohnen, z. B. in Form von Seniorenwohngemeinschaften, zu fördern. Weiter wolle man, so Deinlein, Reckendorf auch Senioren- und behindertengerechter gestalten, um älteren Mitbürgern die Möglichkeit zur Teilhabe am dörflichen Gemeinschaftsleben zu geben und ehrenamtliches Engagement von Senioren zu ermöglichen. Ein erster Schritt könne hierbei die Absenkung der oft zu hohen Bürgersteige in Reckendorf sein, um so älteren Reckendorfern eine gefahrlosere Mobilität zu ermöglichen.
Ein historisches Denkmal ist das Steinere Kreuz an der Wegegabelung Geracher Weg, das sich auf Gemeindegrund befindet, aber trotzdem seit vielen Jahren von der Reckendorfer Familie Schleelein gepflegt wird. Nun wurde der Zustand des Kreuzes so schlecht, dass eine umfassende Renovierung notwendig ist. Die Kosten hierfür sollen 4472 Euro betragen. Der Gemeinderat beschloss mit einer Gegenstimme, sich an den Kosten mit 20 Prozent, maximal jedoch 854,40 Euro zu beteiligen.
Ludwig Blum (CSU) beanstandete, dass eine Gruppe von Jugendlichen sich regelmäßig am Bahnhof träfe und nach Beendigung der "Sitzung" stets eine Menge Müll hinterlasse. Auch ein Gespräch mit den Jugendlichen hätte nur kurzfristigen Erfolg gezeigt. Der Gemeinderat empfahl, die Jugendbeauftragte der VG Baunach, Laura Galizia, miteinzubinden und so eine Lösung zu finden.