Blasmusik in vielfältiger Form wurde den Besuchern des Benefizkonzertes des Kreisorchesters geboten. Der Probenaufwand hat sich gelohnt, dies bewiesen die 60 Musiker bei jedem Beitrag des kurzweiligen Abends.
Kreisdirigent Christian Stenglein ist es gelungen, Musiker aus allen Vereinen und Altersklassen zu einem sehr homogenen Orchester zu formen, wie es im Landkreis Lichtenfels sicherlich einmalig ist. Nachdem die Musiker ihre Plätze eingenommen hatten, wurde deutlich, dass hier ein Orchester sitzt, das symphonische Blasmusik beherrscht. "Roos Roy" hieß der Auftakt des vom holländischen Komponisten Jacob de Haan geschriebenen Werks. Die monumentale Einleitung, die im weiteren Verlauf mit ruhigen und filigranen Passagen wechselte, beherrschten die Musiker unter der Leitung ihres "Maestros" sehr sicher.
Kreisvorsitzender Horst Sünkel und der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer freuten sich über den guten Besuch des in einer sehr kurzen Zeit ein geprobten Konzertes. Das "Sprachrohr" des Orchesters, Tim Mattuscheck, führte dann mit viel Witz und Information durch das Programm. Mit "Pilatus - Mountain of Dragons" von Steve Reineke stand dann eine tondichterische Beschreibung eines Berges als Musikstück auf dem Programm. Im Mittelpunkt steht der Berg Pilatus, um den sich unzählige Sagen ranken. In der Beschreibung beginnt eine wagemutige Abenteurergruppe am frühen Morgen eine Expedition, um Drachen, die auf den Berg hausen, zu erlegen. Dargestellt wurde dies von Saxophon und Flöte und nahm die Zuhörer sofort mit. Murenabgänge, reißende Flüsse, bedrohliche Drachenhöhlen, durch die tiefen Instrumentenregister musikalisch bestens umgesetzt, aber auch traumhafte Landschaft, beschrieben durch wunderbare Melodiebögen, ließen die Geschehnisse augenscheinlich werden. Im klangvollen Finale war der Drache der Held, hatte er die Abenteurer doch verschont.


Magische Winterlandschaft

Tim Mattuscheck hatte nicht zu viel versprochen: Symphonische Blasmusik kann Gänsehaut erzeugen. "Frost Rhapsody" stammt von Federic Agnello, einem jungen italienuschen Komponisten, der 1991 geboren wurde, Percussion studierte und viel experimentelle Musik schreibt. Das musikalische Werk beschreibt eine magische Winterlandschaft und deren Stimmung. Durch Summen, leises Pfeifen und andere Möglichkeiten des menschlichen Resonanzraumes wurde "Väterchen Frost" vor dem geistigen Auge lebendig.
"Maite" ist der Name eines kleinen Mädchens in der Wiege und auch der eines Titels von Marco Samadossi, der ein Kind beschreibt. Mit leisen Einsätzen wurde Kinderlachen dargestellt, Saxophon und Flöten brachten den träumerischen Aspekt zum Tragen und auch die Geräusche von Kinderspielzeug wurden erreicht. Fantastische Melodien, die an Kinderlieder erinnerten, rundeten das Werk ab.
Rockig-fetzig entließ das Orchester die Besucher in die Pause. Bei "Smooth Criminal", dem Welthit von Michael Jackson, arrangiert von Kazuhiro Morita, wurde die Spielfreude des Orchesters noch einmal deutlich.
Und auch volkstümliche Blasmusik hat die Kreiskapelle drauf. Die Laura-Polka aus der Feder des Buchbacher Allroundmusikers Holger Mück war nach dem Geschmack des Publikums ebenso wie der Walzer "Lebensfreude pur" von Kurt Gäble. Der bekannte Marsch "Blauer Enzian" wurde für die Europa-Eisschnelllaufmeisterschaften 1969 in Inzell von Ernst Hoffmann komponiert. Mit spielerischer Leichtigkeit wurde dieser schwungvolle Marsch vorgetragen.


Radetzky-Marsch als Zugabe

Nochmals ein richtiger Leckerbissen war die Polka "Von Freund zu Freund" von Martin Scharnagel, dem Chef der Blasmusikformation "Viera Blech". Gefühlvoll die Einleitung durch Flügelhorn und Tenorhorn, flott und technisch anspruchsvoll im weiteren Verlauf und vom Orchester sehr gut interpretiert. Mit zwei Zugaben, unter anderem dem Radetzky-Marsch, endete das anspruchsvolle Konzert. Fazit des fantastischen Konzertes ist sicherlich, dass das Kreisorchester sehr gut vorbereitet zum internationalen Musikwettbewerb an den Gardasee fahren kann. Eine weitere Probe findet am 15. März statt.