Stilgerecht ertönte die Bootsmannsmaatenpfeife, als der Shantychor "Die Regnitzmöven" auf der Bühne des Jungen Theaters einläuft. Eingeleitet wurde dieses etwas anders geartete Konzert der Forchheimer Mariner mit dem Läuten einer Original-Schiffsglocke.
Fern- und Heimweh sind zwei konträre Gefühlswelten, zwischen denen der Seemann während seiner Fahrenszeit immer wieder hin- und hergerissen wird. Dieses Phänomen besangen die Sänger eindrucksvoll mit ihrer Liedauswahl und kleineren Gedichten. Diese trugen Bernhard Dittrich, Franz-Josef Götz, Thomas Binder und Horst Wesenberg vor.


Die Weite des Ozeans

Dabei wurden auch andere Phänomene angesprochen: Die unendliche Weite des Ozeans zum Beispiel, die die Einstellung zum Leben verändert und ein besonderes Verhältnis zu Gott und der Schöpfung schafft.
Im zweiten Teil des Konzerts verzauberte der Chor die Zuhörer mit Liedern und Erzählungen über Weihnachten auf hoher See. Die "Regnitzmöven" ließen die Zuhörer mit ihren maritimen Weihnachtslieder hautnah spüren, was es für den Seemann bedeutet, Weihnachten fern von Daheim an Bord eines Schiffes zu verbringen.
Mit der Erzählung "Warum Seeleute an St. Nikolaus glauben und nicht an Paulus", verleitete Moderator Hans Gerhard Braun die Zuhörer auch einmal zum Schmunzeln. Dies war ein wohltuender Kontrapunkt zu den ansonsten besinnlichen und emotional ausgerichteten Geschichten. Sein offizielles Ende fand dieses Konzert mit dem Lied "Abendgebet am Kai". Darin hieß es wie folgt: "Wir denken an sie, die heute fern auf See und auch am fremden Strand. Oh Herr, zeig ihnen stets den Kurs nach Haus und halt über sie deine Hand."
Der Beifall, der den Shantychor zu mehreren Zugaben verleitete, und die vielen positiven Kommentare und Signale aus dem Zuhörerkreis belohnten die Akteure nicht nur für ihren Einsatz, sondern zeigten auch, dass dieses veränderte Konzertkonzept beim Publikum auf eine ausgesprochen gute Resonanz gestoßen ist. red