von unserer Mitarbeiterin Sonja Werner

Röttenbach — Eine neue Bierkönigin residiert in Röttenbach seit Freitagabend: Lisa Bittel heißt Ihre Majestät, und was sie mitbringt, ist vor allem viel gute Laune. "Ich bin klein, aber oho", hatte Lisa, die 19-jährige Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten, als Begründung für ihren Wunsch, Bierkönigin zu werden, in ihrer Bewerbung geschrieben. Ihr ganzes Leben schon hat sie in Röttenbach verbracht und freut sich nun mächtig, dass die Wahl auf sie gefallen ist.
Das mit der Bewerbung hat sie übrigens ganz professionell gemacht: Sie hat zwei davon abgeben - eine ernsthaft und die zweite mit dem obigen Satz in lustiger Form. "Ich arbeite ja in der Gemeinde", so ihre augenzwinkernde Erklärung. "Daher weiß ich, dass der Chef einen Spaß versteht."
Dem "Chef", Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) also, stand sie denn auch nach ihrer Ernennung gleich beim Bieranstich zur Seite. Einen Schlag nur brauchte das Gemeindeoberhaupt, und der Gerstensaft floss. Mit von der Partie waren natürlich auch die Ortsburschen und zwar die vom Festzelt Sauer, wo der Bieranstich stattfand, und die vom Ringcafé, wo eine zweite "Hochburg" der Röttenbacher Kerwa ist.


Zwei Bäume, zwei Betzn

Den Festgottesdienst samt Umzug ins große Zelt in Begleitung der Fahnenabordnungen der Vereine und der Röttenbacher Blasmusik samt Bieranstich machen die jungen Leute seit dem vergangenen Jahr jedoch gemeinsam. "Wir gehören schließlich alle zusammen."
Erst danach trennten sich ihre Aktivitäten wieder. Im Ringcafé stand am Freitag noch ein Rockabend an, im Festzelt sorgten die "Moskitos" für gute Stimmung. Traditionsgemäß wurden am Samstag auch zwei Bäume aufgestellt - vor jeder Stammgaststätte einer. Das besorgten die Jungs natürlich wieder streng nach Zugehörigkeit, Ordnung muss schließlich sein. Küchla wurden am Sonntag zweimal zusammengespielt - die Jungs vom Ringcafé zogen um 10 Uhr los, die Sauer-Burschen waren schon um 8.30 Uhr zugange. Sie hatten auch an diesem Tag noch den Geger rauszuschlagen und den Betzn rauszutanzen. Letzteres erledigen die vom Ringcafé am heutigen Montag - zum Kirchweihausklang sozusagen.
Am Dienstag wird noch die "Grummn" aufgestellt - der kleine schwache Abklatsch der großen Kirchweihfichte. Das ist das Zeichen in Röttenbach: Für heuer ist die Kerwa vorbei. Nächstes Jahr wird dann wieder gemeinsam gefeiert.