VON hannes helferich

Schweinfurt — Einen tiefen Einschnitt gab es 1989: Die Brauereien Hagenmeyer und Wallbräu hatten die Produktion eingestellt. Das Brauhaus übernahm sie. Das wirkte sich auch aufs Volksfest aus, denn traditionell lieferten im Wechsel zwei der damals noch vier Schweinfurter Brauereien das Festbier. Künftig, entschied der Stadtrat, sollte das Fest im jährlichen Wechsel "mit Schweinfurter Bier" der Brauereien Roth und Brauhaus beliefert werden.
Das Brauhaus gibt es nun auch nicht mehr. Roth ist die letzte Schweinfurter Brauerei, war turnusmäßig heuer beim Volksfest dran und erfolgreich. Was aber wird nächstes Jahr? Roth-Chef Edgar Borst sagt, dass nur seine Brauerei "Schweinfurter Bier" herstellt. Heißt: Er setzt darauf, dass es beim Volksfest künftig immer Roth-Bier gibt. Ihn unterstützt mit dieser Meinung der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Friedrich Düll (Krautheim): "Das ist überall so." Was sagt die Stadt? "Was die künftige Bierlieferung für das Volksfest betrifft, stehen derzeit noch Gespräche bevor", lässt Pressesprecherin Anna Barbara Keck alles offen. Sobald das Volksfest nachbearbeitet sei, "werden wir uns mit der Neuregelung befassen".
Es gibt eine zweite Bier-"Baustelle" mit Stadtbeteiligung: Die Wildpark-Gaststätte. Borst erhofft auch hier den Zuschlag. Roth sprang nach der Brauhaus-Pleite kurzfristig ein, flaggte schon um und bot einen Hauptsponsorvertrag für zehn Jahre (je 2500 Euro). Ein angebliches Angebot auch aus Kulmbach bestätigt Keck. Wegen des Besucheraufkommens und den zu erwartenden Getränkeumsätzen "haben verschiedene Brauereien ein gesteigertes Interesse, ihre Produkte im Wildpark zu verkaufen". Die Stadt sei aber verpflichtet, das annehmbarste Angebot zu erfragen.