Er ist ein Rädchen in der internationalen Phänologie: Der 62 Jahre alte Landwirt Klaus Biedermann, der seit genau 40 Jahren die jahreszeitliche Entwicklung in der Pflanzenwelt für den Deutschen Wetterdienst beobachtet.
Harald Maier von der Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes in Weihenstephan überreichte ihm jetzt für seine Leistung die von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstmedaille.
Klaus Biedermann erfasst als ehrenamtlicher phänologischer Beobachter seit 1975 die durch das Klima verursachten Veränderungen in der Pflanzenwelt im Raum Neuenmarkt-Wirsberg. Maier würdigte die außerordentliche Zuverlässigkeit.
Durch seine Beobachtungen liefert Klaus Biedermann wertvolle Daten für viele Bereiche. Sie dienen als Grundlage für Planung wichtiger Investitionen in Landwirtschaft und Gartenbau, zum Beispiel bei Obstplantagen und Beregnungsanlagen. Maier: "Sie finden Eingang in die regionale, pflanzenbauliche und agrarmeteorologische Beratung des Deutschen Wetterdienstes, der die phänologischen Daten mit den Klimadaten verknüpft. Der Service ermöglicht es dem Landwirt, seine Arbeiten gezielter und umweltgerechter durchzuführen. Damit sind die Beobachtungen auch ein wichtiger Beitrag für die umweltschonende Erzeugung gesunder Nahrungsmittel."
Der Deutsche Wetterdienst unterhält bundesweit rund 1200 phänologische Beobachtungsstellen, davon allein 234 in Bayern. Ungefähr 147 Entwicklungsstadien an 45 Pflanzenarten werden regelmäßig, das heißt mindestens zweimal pro Woche, bei jedem Wetter erfasst. "Für den nationalen Wetterdienst sind Bürger wie Klaus Biedermann unverzichtbar, die mit Spaß am Wetter, Liebe zur Natur und einer guten Beobachtungsgabe jahrzehntelang gewissenhaft die Flora in ihrer Region überwachen." Rei.