von unserem Mitarbeiter Harald Rieger

Bamberg — Nicht für jeden Arbeitnehmer verläuft sein Berufsleben ohne Störung. Oft sind Folgen von Krankheit oder eines Unfalls verantwortlich, dass manche Menschen ihrem bisherigen Broterwerb nicht mehr nachgehen können. Es drohen Frühverrentung oder ein Leben auf Hartz-IV-Niveau. Hilfe für diese Situation bietet seit 1998 die Bamberger Geschäftsstelle des Berufsförderungswerks (Bfw) Nürnberg.
"Wir sind eine von zehn Niederlassungen in Nordbayern und führen verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen durch, um Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen wieder dauerhaft ins Berufsleben zurückzubringen", erläuterte Beate Cöster von der Bamberger Bfw-Geschäftsstelle beim Spatenstich des neuen Regionalzentrums in der Baunacher Straße. Dazu stünden 24 verschiedene Berufsfelder zur Auswahl, die dual, also in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen und den Betrieben, erlernt werden könnten. Parallel dazu werden die Umschüler von den Mitarbeitern des Bfw unter anderem mit Stützunterricht begleitet. Es werden aber auch Lösungen bei psychologischen und sozialen Problemen gemeinsam erarbeitet.

Gestiegene Anforderungen

Inzwischen jedoch, so erläuterte Werner Krempl, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Berufsförderungswerks Nürnberg, entsprächen die Räumlichkeiten in der Jäckstraße nicht mehr den gestiegenen Anforderungen an Platz und Ausstattung. "Dies ist aber nur der eine Grund für die Errichtung eines Neubaus, welcher künftig die Bezeichnung Regionalzentrum Bamberg tragen wird", sagte Krempl. Der neue Standort soll daher nicht nur größer werden, sondern wesentlich stärker auf eine präventive Gesundheitsförderung ausgelegt werden. Denn eine berufliche Reha erziele dann die nachhaltigsten Erfolge, wenn die Teilnehmenden auch lernen, weitere gesundheitliche Risiken durch angemessenes Verhalten zu vermeiden.
Das neue Regionalzentrum wird auf drei Etagen Platz für Werkstätten für Metall und Holz sowie eine Lehrküche bieten. Darüber hinaus soll es auch Computerräume sowie Räume für Gruppenarbeiten und theoretische Schulungen erhalten. Ein Mehrzweckraum für Gymnastik und Entspannungstraining ist ebenso geplant wie eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes. Fertiggestellt werden soll das Regionalzentrum im Herbst 2016.
Seit der Gründung der Niederlassung in Bamberg wurden rund 2500 Menschen aus der Region Bamberg beruflich qualifiziert. Mehr als 75 Prozent von ihnen haben danach eine dauerhafte Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden.