Kennzeichen einer zukunftsorientierten Caritas sei es, dass sie auf die akuten Problemlagen der Zeit und der Lebensgegebenheiten der Menschen reagiert. Nicht nur die materielle Not stehe im Vordergrund, sondern auch eine Verarmung an Menschlichkeit, Werten, Solidarität und Gerechtigkeit, betonte Vorsitzender Hermann Beckering bei der Mitgliederversammlung des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Coburg. Er wies darauf hin, dass über 12 900 Menschen aus Stadt und Landkreis Coburg im vergangenen Jahr von Mitarbeitern der Caritas beraten, betreut oder gefördert wurden. Die Zahl der Ratsuchenden sei auch ein Zeichen dafür, dass sich in einer komplexer werdenden Lebenswelt verstärkt Problemfelder auftun, so Beckering. Sein Dank galt insbesondere den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der Caritas. Des Weiteren hob er das gute Zusammenwirken mit den Kommunen in der Stadt und dem Landkreis Coburg hervor.
Als sozialpolitische Prioritäten der Caritasarbeit stellte Caritas-Geschäftsführer Richard Reich Pflegepolitik, Armutsbekämpfung, Kinder- und Familienhilfe, Gesundheits- und Integrationspolitik, Bildung- und Befähigungsgerechtigkeit sowie die Asylpolitik heraus. "Es geht uns um eine Sozialpolitik der Befähigung und Teilhabe", so Richard Reich, und je besser Befähigung zu einem gelingenden Leben führe, desto eher werde es gelingen, den Sozialstaat zukunftsfähig zu machen.
Die Caritas fördert laut Reich mit einer betrieblichen Gesundheitsbildung nachhaltig ihre Mitarbeiter auf deren Weg zu Gesundheit, Motivation und Wohlbefinden in ihrem Arbeitsfeld. Norbert Hartz und Lorenz Freitag stellten als Mitglieder des Caritas-Gesundheitszirkels Ziele, Aufgaben und Inhalte der betrieblichen Gesundheitsbildung beim Caritasverband Coburg vor. Als strategische Ziele nennt Norbert Hartz die Gesundheit der Beschäftigten langfristig zu erhalten, die Arbeitszufriedenheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu erhöhen, die Lebensqualität der Beschäftigten zu steigern und Arbeitsunfälle zu vermeiden.
Die Fertigstellung des stationären Hospizes wird noch in diesem Jahr erfolgen, berichtete Richard Reich. In seinem Bericht wies Richard Reich auf das Armutsrisiko und das damit verbundene Gesundheitsrisiko von Menschen, die langzeitarbeitslos oder gering qualifiziert sind, hin. Hermann Beckering freute sich über die Auszeichnung des "Integrations- und Quartiersprojektes Stadtteilmütter" Wüstenahorn in Coburg durch die Regierung von Oberfranken und das Land Bayern. Er bedankte sich bei den "Stadtteilmüttern" und der Projektleiterin Roza Koch für ihr engagiertes Wirken für die Familien in Coburg. Melanie Scholz