Der Jakobsweg ist der bekannteste Pilgerweg der Welt. Seit über einem Jahrtausend wandern Pilger zum Grab des Apostels Jakobus in der spanischen Stadt Santiago de Compostela. Auch durch Franken führen 170 Kilometer des berühmten Wegenetzes - und mittendrin: das 276-Einwohner-Dörfchen Oberleiterbach mit seiner barocken Schönheit "Sankt Laurentius".
Doch wurde das nach Meinung der Vorbereitungsversammlung zum Bezirksentscheid "Unser Dorf hat Zukunft, unser Dorf soll schöner werden" bislang noch viel zu wenig bekannt. Das zu ändern ist eines von vielen Projekten, die derzeit im Bundesgolddorf von 1977 angegangen werden.


Kontakte im Internet geknüpft

Aufkleber mit der stilisierten gelben Muschel auf blauem Grund gibt es bereits rund um Oberleiterbach, dem Rennsteigverein sei Dank. Dort, wo es noch zu wenige sind oder der Standort nicht zielführend ist, will die Vorbereitungsversammlung in Absprache mit dem Rennsteigverein nachbessern. Viel wichtiger aber ist, in den einschlägigen Internetportalen eingebunden zu werden. So wurden entsprechende Kontakte geknüpft, und wenn alles gut läuft, wird Oberleiterbach nicht nur online künftig als attraktiver Punkt entlang des Weges aufgeführt, sondern auch im bald erscheinenden Buch über den (fränkischen) Jakobsweg.
Die Erwartungen der unterfränkischen Jury, die am 18. Juli Oberleiterbach in all seinen Facetten kritisch beleuchten wird, sind hoch. Nicht minder hoch ist das Engagement der "Lätterbocher im Vorfeld. So kommt das Projekt "Historischer Dorfrundgang mit QR-Code" gut voran. Auch eine Internetpräsenz steht zu guten Teilen. Logos und Leitsprüche werden aktuell entwickelt. Die Kirchenrenovierung zum "500-Jährigen" von "Sankt Laurentius" ist bis Juli definitiv abgeschlossen. Pflanzen zur weiteren Dorfbegrünung sind bestellt und werden alsbald gesetzt. Der Dorfkalender mit den Terminen des Ortes steht nicht nur, sondern ist bereits gedruckt und an die Einwohner ausgegeben. Darüber hinaus sollen kleinere Schwachpunkte im Ortsbild, beispielsweise die teils in die Jahre gekommenen Anschlagtafeln, ersetzt werden.
Die Wegstrecke, die man mit der Jury gehen will, steht ebenfalls. Ein ausgewiesener Fachmann - natürlich ein Oberleiterbacher - kümmert sich um den Bereich "Das Dorf in der Landschaft". So manche Überraschung für die Gäste aus dem Nachbarbezirk ist in Vorbereitung. Und über allem thront der Titel "erstes und einziges Bioenergiedorf im Landkreis"- ein Pfund, mit dem man kräftig wuchern will. Nicht nur an den Ortseingangstafeln, die entsprechend ergänzt und aus Richtung Kleukheim neu geschaffen werden.


Dorferneuerung im Verzug

Daumen drücken heißt es in punkto Dorferneuerung. Der Abschnitt zwei konnte im vergangenen Jahr wegen des Frosts nicht komplett abgeschlossen werden. Die Restarbeiten sollen im Frühjahr ausgeführt werden. Allerdings ist man bereits im Verzug, Bürgermeister Volker Dittrich jedoch versprach, dass alles klappen werde. "Zum Golddorf auf Bezirksebene gekürt zu werden, wäre ein guter Erfolg", findet Bürgermeister Volker Dittrich. Und so will er persönlich alles dafür tun, das Schmuckstück des Marktes Zapfendorf zu unterstützen.
Der Jakobsweg verläuft in sieben Tagesetappen durch das Frankenland. Von der Kronacher Festung Rosenberg, die die nördlichste Bastion des Hochstiftes Bamberg darstellt, zieht er sich zu dessen südlichster Befestigung Forchheim und von dort weiter nach Nürnberg, der alten Reichsstadt und heutigen Metropole Frankens. Pilger kommen dabei auch durch den "Gottesgarten am Obermain", vorbei an der Jakobskapelle in Lichtenfels, der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen und der Veitskapelle auf dem Ansberg, und durchstreifen das "Alte Königsland" zwischen Bamberg und Nürnberg.
Hier haben sie dann die Möglichkeit, über den mittelfränkischen Jakobsweg nach Rothenburg ob der Tauber weiterzuwandern und so Anschluss an das größere Ganze des Jakobswegenetzes zu finden.