Im Terrassencafé am Sessenreuther Berg waren früher um Weihnachten Tanznachmittage angesagt. Das ist längst vorbei, stattdessen wurde heuer am zweiten Feiertag dort mit syrischen Asylsuchenden Weihnachten gefeiert. Für das passende Ambiente und kleine Geschenke sorgte die Neuenmarkterin Inge Hoch, die sich rührend um die Flüchtlinge kümmert. Wie es in Deutschland üblich ist, gab es am späten Nachmittag auch eine kleine Bescherung.
Inge Hoch hatte dazu neben ihrem Mann Detlef auch ihre Enkelkinder Theresa und Jana mitgenommen. Acht Syrer wohnen momentan im Terrassencafe. Ahmet heißt einer von ihnen, der am zweiten Weihnachtsfeiertag ein besonderes Geschenk bekam: Die Schwester, die derzeit mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Stuttgart untergebracht ist, kam auf zu Besuch mit der Bahn angereist.


Anhörung am 30. Dezember

"Unsere Syrer dürfen den Landkreis noch nicht verlassen, weil sie noch keine Anhörung hatten. Aber Gott sei Dank haben sie einen Tag vor Weihnachten ihr persönliches Geschenk erhalten, denn der 30. Dezember wurde endlich als Termin für ihre Anhörung festgelegt", erläuterte Inge Hoch. Sie ist zuversichtlich, dass in etwa ein, zwei Wochen auch der Bescheid da ist. Bei den Syrern sei es ziemlich sicher, dass sie hier bleiben können.
Weihnachten in unserem Sinn kennen die Syrer nicht, doch nach der Bescherung zeigten sie ihre Dankbarkeit und tischten zum Essen auf. Meist gibt es Lammfleisch mit Reis. Inge Hoch: "Egal, wann ich rüberkomme, ich werde immer zum Essen eingeladen."
Die Neuenmarkterin berichtet, dass die Asylbewerber mittlerweile schon gut Deutsch sprechen. Sie seien ziemlich wissbegierig." Auch Vermieterin Gerlinde Hentschel hilft mit, wenn es Wäsche zu waschen gibt. Auch zeigt sie den Syrern, wie der Müll zu trennen ist. "Sie hat sehr viel Geduld und bäckt auch manchmal einen Kuchen für die Flüchtlinge. Die haben es hier wirklich gut", lobt Inge Hoch.


"Unser Chef Inge"

Elias, der derzeit am besten Deutsch spricht, erzählt, dass in Syrien Weihnachten am 23. Dezember gefeiert wird. "Da gibt es auch schon die Geschenke." Dass er und seine Mitbewohner kleine Präsente erhalten haben, berührt den 27-Jährigen: "Wir sind alle glücklich. Wir sind auch glücklich, dass sich unser Chef Inge um uns kümmert."
Es ist in der Tat bewundernswert, welche Zeit Inge Hoch derzeit für die Arbeit mit den Asylbewerbern opfert. Ihr Mann Detlef hat großes Verständnis für den ehrenamtlichen Einsatz: "Ich bin jetzt schon fast 40 Jahre bei der Feuerwehr, und da hat meine Frau auch viele Opfer gebracht."