Sicherheit und gute Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt von morgen, eine neue Arbeitsmarktpolitik, die bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten - das sind die wesentlichen Forderungen der Beschäftigten an die Politik. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Befragung von Arbeitnehmern in Deutschland.
Mehr als 680 000 Beschäftigte aus rund 7000 Betrieben haben sich bundesweit an der Befragung der IG Metall beteiligt. Im Bereich der Geschäftsstelle Ostoberfranken haben 2537 Mitarbeiter aus gut zwei Dutzend Betrieben ihr Votum abgegeben.
"Diese hohe Beteiligung zeigt, dass die Menschen mit ihren Wünschen, Sorgen und Forderungen gehört werden wollen. Sie trauen der IG Metall eine Menge zu. Wer im September gewählt werden will, kommt an den Ergebnissen unserer Befragung nicht vorbei", sagte der Erste Bevollmächtigte Volker Seidel am Rande eines Workshops in Himmelkron.
Und es ist laut Seidel Zeit zum Handeln: Nur 40 Prozent der Befragten aus der Region Ostoberfranken gehen davon aus, ihre Arbeit bis zum gesetzlichen Rentenalter von 67 Jahren ausüben zu können.


Schutzrechte müssen bleiben

Über 93 Prozent finden es wichtig, den Weg in die Industrie 4.0 mitzugestalten - so, wie es die IG Metall seit Jahren tut.
Die Beschäftigten fragen sich, welchen Platz sie in der neuen Arbeitswelt einnehmen werden und verlangen, dass es sicher und gerecht zugehen muss auf dem Weg in die Arbeitsgesellschaft von morgen. Dies gilt für alle Arbeitnehmer, unabhängig von ihrer Qualifikation. Die Umbrüche in der Arbeitsgesellschaft dürften nicht zum Abbau von Schutzrechten missbraucht werden. Dies gelte gerade für das Arbeitszeitgesetz, warnte Volker Seidel an Politik und Arbeitgeber gerichtet.
"Über 96 Prozent der Befragten in Ostoberfranken wollen auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz, das Grenzen setzt. Dazu gehört auch das Recht auf Abschalten durch gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten."
Bei dem Workshop in Himmelkron haben rund 50 Gewerkschafter aus den Bereichen Metall/Elektro, Textil/Bekleidung und Holz/Kunststoff über die Ergebnisse der bundesweiten Befragung diskutiert. red