Alle zwei Jahre führen die Barmherzigen Brüder Gremsdorf einen Missionstag durch. Sie weisen damit auf besondere Brennpunkte bei der Arbeit des weltweit tätigen Hospitalordens hin und sammeln dafür Spenden.
Günther Allinger, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, begrüßte im Morgengottesdienst die von weit her angereisten Gäste aus Papua Neuguinea. Die Fratres Kevin Wallis und Tommy Asei berichteten aus dem siebeneinhalb Millionen Einwohner zählenden Inselstaat und seinen "vielen Problemen". Zuhause gebe es "viele Berge und keine Straßen". Nicht selten seien die Menschen zwei Tage unterwegs, um zum nächsten Arzt zu kommen, erzählte Frater Kevin. Zunehmende Landflucht bedeute zudem Arbeitslosigkeit sowie Drogen- und Alkoholsucht in den wenigen größeren Städten.
Als vor rund 40 Jahren die ersten Barmherzigen Brüder nach Papua Neuguinea kamen, waren erst einmal viele junge Männer bereit, in den Hospitalorden einzutreten. Sie wussten um die Not in ihrer Heimat und wollten einfach helfen. Und so entstanden die ersten Krankenhäuser und Sozialstationen. Kleine Kliniken wurden übers Land verteilt aufgebaut. So waren auch die zahlreichen Ordensbrüder weit verstreut. Ihr Leben wurde zunehmend immer schwieriger - oft war ein Bruder allein auf sich gestellt, und es kam der Wunsch auf, dass sie zu einer Kommunität zusammenfinden.
Nach den Worten von Frater Kevin Wallis erhoffen sich die Ordensbrüder dadurch "mehr Energie und Tatkraft". Dieser Konvent ist nun für die Stadt Madang geplant und durch einen Neubau, für den am Missionstag Spenden gesammelt wurden, soll der Dienst der Hospitalität (Gastfreundschaft) der Barmherzigen Brüder in Papua Neuguinea einen neuen Impuls erhalten.
Nach dem Gottesdienst in der Einrichtung fand eine kleine Wallfahrt ins Gremsdorfer Gewerbegebiet statt, wo ein großer Infostand aufgebaut war. Dort erhielten alle Besucher gratis Tee und Kuchen, und es bestand die Möglichkeit, mit der ehrenamtlichen Mitarbeiterin und Künstlerin Ursula Hoffmann Perlenketten zu basteln und sich über die Spendenaktion zu informieren. Die zwei Brüder aus Papua Neuguinea waren ebenfalls vor Ort und berichteten über ihre Tätigkeit. Durch die Unterstützung von Günther Allinger sowie einiger Mitarbeiter der Gremsdorfer Einrichtung und durch Sachspenden der anliegenden Geschäfte war es möglich, einen doch recht beachtlichen Betrag an Geldspenden für Madang zu erhalten.
Johannes Salomon
Katrin Heinz-Karg