Eigentlich gehört Benedikta Hahn mit ihren 95 vollendeten Lebensjahren fast noch zu den Neubürgerinnen Coburgs. Fast! Erst im September vor acht Jahren hat sich die Jubilarin, die am Mittwoch ihren Geburtstag gefeiert hat, in Coburg und überhaupt in Oberfranken, ja, in Bayern niedergelassen. Sie ist damit der Familie ihres Sohnes Wolfgang nachgefolgt. Dr. Wolfgang Hahn betreibt in Coburg seit über 30 Jahren eine Facharztpraxis.
Benedikta Hahn kam am 5. Juli 1921 in Dorsten in Nordrhein-Westfalen als erstes von sechs Kindern der Eheleute Joseph und Bernhardine Sommer auf die Welt. Sie ging in Gladbeck und in ihrer Heimatstadt Dorsten zur Schule und absolvierte danach eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin an der Universitätsklinik in Münster. Diesen Beruf übte sie zunächst in Münster, Gelsenkirchen und Düsseldorf aus.
An der Universitätsklinik Düsseldorf lernte sie ihren späteren Ehemann Dr. Gottfried Hahn kennen und lieben. Die jungen Leute heirateten am 20. April 1951. 1952 kam Sohn Wolfgang und 1954 Tochter Anette auf die Welt.
Von 1960 bis 1986 arbeitete sie in der Praxis ihres Ehemannes in Oberhausen mit. Nach dem Tod ihres Ehemannes Gottfried erfolgte dann der Umzug nach Coburg. Benedikta Hahn gelang es schnell, in Coburg Anschluss zu finden und neue Freundschaften zu knüpfen. Sie genießt das Coburger Kulturleben. Okay, die Abstände zwischen ihren Theater- und Konzertbesuchen seien größer geworden, gibt sie zu, aber das grundsätzliche Interesse habe nicht nachgelassen. Die reiselustige Dame hat im Laufe ihres Lebens auch die eher sonst selten besuchten Winkel Europas gesehen. So berichtete sie an ihrem Geburtstag von einer Kreuzfahrt kreuz und quer durch die Ostsee, deren Anrainerstaaten und die dazugehörigen Hauptstädte. Aus dem eher kühleren Norden führte eine der jüngsten Reisen an den Gardasee in Norditalien.
Volle Bücherschränke im Wohnzimmer weisen auch auf die Leseleidenschaft Benedikta Hahns hin. Auf dem Tisch lagen zwei Bücher mit den Erinnerungen von Bundespräsident Joachim Gauck und des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicky. mako