"Ich habe mir die richtige Frau ausgesucht", sagt Karl Herrmann. Daran besteht kein Zweifel, denn Karl und Reinhilde Herrmann, geborene Meinert, blicken an ihrer Goldenen Hochzeit auf glückliche Ehejahre zurück. Obwohl sie in all den Jahren praktisch 24 Stunden am Tag zusammen waren. Denn die beiden Friseurmeister führten 40 Jahre lang das Geschäft am Schlüsselfelder Marktplatz, das sie von einer Tante übernommen hatten. 2004 übergaben sie es an Tochter Ute. Durch sie kam ein zweiter Salon in Steppach dazu.
Stolz sind die Großeltern auf Enkeltochter Luisa. Mit gerade 20 Jahren ist sie seit drei Wochen frischgebackene Friseurmeisterin. Sie wird die Familientradition in der vierten Generation weiterführen.
Blutjung waren Karl und Reinhilde, als sie sich 1962 auf dem Pfarrjugendball im Schlüsselfelder Storchen-Saal kennenlernten. Die aus Aschbach stammende junge Frau hatte den Beruf der Bürokauffrau erlernt, trat aber bald schon eine zweite Lehre als Friseurin an und absolvierte die Meisterprüfung. 1967 war für beide ein ganz besonderes Jahr: "Hausbau, Hochzeit, Einzug, Meisterprüfung", zählt Karl Herrmann auf.
Jetzt im "Unruhestand" ist es den Eheleuten alles andere als langweilig. Karl Herrmanns Leidenschaft ist das Radfahren. 5000 Kilometer im Jahr kommen schon zusammen. Mitunter fahren beide gemeinsam große Touren, beispielsweise die Umrundung des Bodensees. Reinhilde Herrmann hat zahlreiche Hobbys, geht aber zudem an den Wochenenden ins Geschäft, um ihre Stammkunden zu betreuen. Sie malt, schneidert ihre Garderobe selbst und geht einmal pro Woche zum Englisch-Treff in Höchstadt. Als Ehrenamtliche besucht sie Bewohner im Aschbacher Altenheim.
Neben den zwei Töchtern, zwei Enkelkindern und einem großen Freundeskreis gratulierten viele Vereine zum Ehejubiläum. Darunter auch der Gesangverein Schlüsselfeld, dem Karl Herrmann seit 45 Jahren angehört. Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) überbrachte die Glückwünsche der Stadt Schlüsselfeld. see