von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Lichtenfels/Bad Staffelstein — Zwei Tage nach seinem Geburtstag gerät ein 31-jähriger Bad Staffelsteiner im Zug in eine Polizeikontrolle. Dabei werden die Beamten an jenem Januartag 2014 fündig, weil der junge Mann ihnen bereitwillig von dem Stoff erzählt, welchen er bei sich trug. Der Gerichtsprozess wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz trug am Mittwoch im Amtsgericht sonderbare Züge.
Richter Christoph Lehmann schüttelte den Kopf. Er mochte nicht glauben, dass der Angeklagte so unvorsichtig war, bei nur noch zweiwöchig laufender Bewährung wieder eine Straftat zu begehen. Was die Sache so unsinnig machte, war die verschwindend geringe Menge (Konsumeinheit) an Crystal Speed und Haschisch, welche der Arbeiter dabei hatte. Zu wenig zum Konsumieren, zu viel um nicht belangt zu werden. "Tja, es wäre ja gar nicht so schlimm, wenn da nicht die Voreinträge wären", sagte Lehmann den Kopf schüttelnd. Allerdings hielt der Richter dem Mann auch zugute, dass er von sich aus den Beamten den Besitz meldete. Was er bei sich trug, das habe er zwei Tage vorher als Geburtstagsgeschenk erhalten, erklärte der Angeklagte. Staatsanwältin Susanne Heppel interessierte sich daraufhin für die Person, die ihm die Konsumeinheiten geschenkt habe. An dessen Namen konnte oder wollte sich der Beschuldigte nicht erinnern. "Und Sie meinen, dass ich das glaube?", entgegnete die Staatsanwältin. Möglicherweise, das stand kurzfristig im Raum, werden diesbezüglich noch Ermittlungen anlaufen. Für den angeklagten Vorfall selbst entschied Lehmann auf eine ungewöhnlich hohe Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro wegen unerlaubten Betäubungsmittelbesitzes.