von unserem Mitarbeiter  Werner Baier

Bischberg — Gewissermaßen zur Eingewöhnung in den Politikalltag beschäftigte sich der neue Gemeinderat in seiner zweiten Sitzung mit Fragen der Verkehrssicherheit: "Safety first" ist vielleicht auch gar kein schlechtes Omen für die Amtszeit. Und da gab es dann auch nur einstimmige Beschlüsse.
So wurde der Auftrag für die Erneuerung des Geländers auf der Stützwand an der Trosdorfer Kirche und am Dorfbrunnen desselben Ortsteils an ein Bamberger Unternehmen vergeben. 25 636 Euro lässt es sich die Gemeinde kosten, das teils morsche und nicht verkehrssichere Geländer zu ersetzen. Danach wird sich niemand mehr aufs Geländer stellen und herunterfallen können.
Der Verkehrssicherheit dient auch der fast 130 Meter lange Ballfangzaun zwischen dem FC-Sportgelände und der Ortsverbindungsstraße von Bischberg nach Weipelsdorf. Der 30 Jahr alte Zaun erfüllt seine Aufgabe nicht mehr, zumal viele Eisenpfosten durchgerostet sind, wie Bürgermeister Johann Pfister (BI) bei einer Ortseinsicht festgestellt hatte. Als Ersatz - zuständig ist laut Pachtvertrag die Gemeinde - wäre ihm ein stabiler, verzinkter Stabgittermatten-Ballfangzaun am liebsten gewesen. Die billigste Version hätte allerdings 27 169 Euro gekostet. Der Gemeinderat hielt sich jedoch nicht an dem Beschlussvorschlag der Verwaltung und entschied, für 16 900 Euro einen Maschendrahtzaun in der erforderlichen Höhe aufstellen zu lassen. Der 1. FC Bischberg wird aufgefordert, die Böschung zur Straße hin beizubehalten, weil sie zur Erhöhung der Einfriedung beiträgt und zusätzlich Schutz vor Fahrzeugen bietet, die unter Umständen mal von der Fahrbahn abkommen können.

Viele Pflichtaufgaben

Werner Lang von den "Aktiven Bürgern" hatte auch sofort eine Verwendung für die eingesparten 10 000 Euro: Davon könnte man doch gleich eine Beachvolleyball-Anlage bauen, meinte er. Allerdings musste er sich vom Bürgermeister belehren lassen, dass Kommunalpolitik so nicht funktioniert. Übriges Geld wird in erster Linie zur Erfüllung von Pflichtaufgaben verwendet. Deren gibt es reichlich.
Stefan Kröner (Aktive Bürger) sprach in dem Zusammenhang das Problem der hohen Fahrgeschwindigkeiten auf der Weipelsdorfer Straße an. Bürgermeister Pfister sagte zu, die Frage mit Verkehrsexperten zu besprechen.
Raimund Meister (FFB) forderte, die Verschmutzung des Güssbachs zu klären und sprach das Raumproblem der Musikschule an. Der weißen Verfärbung des Baches will Bürgermeister Pfister persönlich nachgehen. Zur Raumfrage der Musikschule berichtete er über das Ergebnis einer Besprechung zwischen ihm, der Schulleitung und den Eltern. Man sei übereingekommen, einen "Soundtest" durchzuführen. Dabei soll geprüft werden, ob und wie stark der Musikschulbetrieb die rund 30 anderen Schulkinder, die sich nachmittags im Schulgebäude aufhalten, stört.
Ferner informierte Pfister über den Wink des Landratsamtes Bamberg, zur Verringerung des Defizits die Gebühren für die Benutzung des Hallenbades anzuheben. Am Bürgermeister perlt so ein Hinweis ab: "Die können schreiben, was sie wollen, und wir machen, was wir wollen!" Auch nach einer Gebührenerhöhung würde ein Defizit bestehen bleiben, gab er zu bedenken.
Eine Anhebung der Pauschale für den Schulbusverkehr durch die Firma Basel akzeptierte der Gemeinderat. Somit erhöht sich zum Beispiel die Tagespauschale von 508 auf 520 Euro. Bürgermeister Pfister warnte vor einer Neuausschreibung des Beförderungsauftrags: Die Erfahrung lehre, dass dabei nicht zwangsläufig eine günstigere Lösung herauskomme.