Der sogenannte "Islamische Staat" beansprucht und kämpft heute um die Gebiete Nordmesopotamiens, die sich im Irak, in Syrien und in der Türkei befinden. Im Mittelalter war die Gegend dagegen geprägt von einer blühenden Landschaft mit vielen fürstlichen Residenzen, Moscheen und Brücken, die von einer hochentwickelten Kultur zeugen. Was waren die kulturellen Besonderheiten Nordmesopotamiens? Die Antwort liefert Dr. Lorenz Korn anhand von beispielhaften Bauwerken, etwa aus Raqqa und Mossul. Der Professor für Islamische Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Bamberg hält die erste Vorlesung im Rahmen des Bayerischen Orient-Kolloquiums am heutigen Donnerstag.
Das 1985 ins Leben gerufene Bayerische Orient-Kolloquium ist eine Vorlesungsreihe, die im Wintersemester an der Universität Erlangen-Nürnberg und im Sommersemester an der Uni Bamberg durchgeführt wird. Im Sommersemester 2017 organisiert der Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg die Ringvorlesung. Das Thema lautet: "Kulturlandschaften Südostanatoliens und Mesopotamiens: Lokale und transnationale Perspektiven". Experten aus Deutschland und dem europäischen Ausland halten Gastvorträge, die sich unter anderem mit der islamischen Buchkunst in der Jazira oder auch irakischer Horrorliteratur beschäftigen. Die Ringvorlesung dauert vom 4. Mai bis zum 20. Juli und umfasst insgesamt neun Vorträge. Sie findet immer donnerstags um 18.15 Uhr in Raum 01.22, An der Universität 5, statt.
Das Orient-Kolloquium ermöglicht Interessierten einen Einblick in verschiedene Teilgebiete der Orientforschung. Das Programm findet sich unter www.uni-bamberg.de/turkologie/studium/veranstaltungen/bayerisches-orient-kolloquium. red