Kronach/Lichtenfels — Sind die Arztpraxen geschlossen und Kinder erkranken, können sich die Eltern in den Regionen Bamberg, Bayreuth und Coburg an einen kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Ihre Kinder werden in Bereitschaftsdienstzeiten von einem Kinder- und Jugendarzt mit speziellem Fachwissen versorgt. In allen anderen oberfränkischen Regionen gibt es diesen fachärztlichen Bereitschaftsdienst nicht. Daher fordert Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) die bayernweite Einführung: "Durch die Etablierung eines kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienstes in ganz Bayern können wir unsere Kinder viel besser medizinisch versorgen. Dies bestätigen die positiven Erfahrungen aus den Regionen Bamberg, Bayreuth und Coburg", ist er überzeugt.


KVB winkt ab

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die für die Sicherstellung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zuständig ist, hält es allerdings aufgrund der unterschiedlichen strukturellen Rahmenbedingungen in Bayern nicht für möglich, dass bayernweit flächendeckend ein kinder- und jugendärztlicher Bereitschaftsdienst eingeführt werden kann. Dies hat sie in einem Bericht an das Gesundheitsministerium erklärt, den der Landtag in einem Appell an die KVB auf Antrag Baumgärtners gefordert hat.
Die Einschätzung der KVB teilt MdL Baumgärtner nicht, denn sehr viele Patientinnen und Patienten, die in Regionen ohne kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienst durch den bayernweit bestehenden allgemeinen Bereitschaftsdienst behandelt werden, seien Kinder und Jugendliche. Deshalb würde der allgemeine ärztliche Bereitschaftsdienst durch den kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienst entlastet und die freiwerdenden Kapazitäten könnten durch Ausgliederung der Kinder- und Jugendärzte für den kinder- und jugendärztlichen Bereitschaftsdienst eingesetzt werden. red