Der Bau-, Stadtent wicklungs- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Kronach hatte am Donnerstag in seiner Sitzung mehrere Privatbauanträge zu beraten.

Zwei Großprojekte - der Baumarktneubau der Firma Karst in Nähe von Fröschbrunn und der Neubau des Autohauses Vetter an der Ludwigsstadter Straße entlang der B 85 - wurden ausführlich diskutiert. Beide Maßnahmen wurden von Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) und den Räten im Gremium begrüßt und als gute Entwicklung und Bereicherung für die Lucas-Cranach- Stadt beurteilt.

Großprojekt

Doch gerade so ein Großprojekt wie der Bau des neuen Hagebaumarktes, immerhin mit einer Länge von 150 Metern, in dem Baumarkt, Gartencenter und "Drive in für Handwerker" integriert werden, und an den sich der Fachmarkt "Fressnapf" anschließen wird (später kommt noch ein Zweiradmarkt hinzu), stelle für Bauherren, Architekten und die Stadt eine Mammutaufgaben dar, betonte der Bürgermeister.

Juniorchef Eric Bienlein- Karst informierte, dass die Firma inzwischen auch das sogenannte Wegemacherhäuschen gekauft habe. Dieses soll abgerissen werden, um die Stadteinfahrt aus Richtung Kulmbach zu verschönern.

Aufgrund der drängenden Zeit müsse man sich intensiv abstimmen, meinte Bienlein- Karst und bat zugleich um Verständnis, dass nicht alles gleich alle Pläne im Detail vorlägen - man werde diese sukzessive nachreichen.
Letztlich waren sich die Räte einig, hier der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister das Vertrauen zu schenken. Diese sollen den Stadtrat beziehungsweise den Ausschuss für Bau-, Stadtentwicklung und Wirtschaft jeweils über den Sachstand informieren.

Wolfgang Hümmer (CSU) betonte, dass das Projekt viel zu wichtig für die Stadt sei, um ihm Steine in den Weg zu legen. Dieser Meinung schlossen sich Tino Vetter (FW) und Marina Schmidt (SPD) an.

Schlechte Erfahrungen

Bürgermeister Beiergrößlein machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Entwicklung eines vor Jahren geplanten Bowlingbahnbaus und Fast- Food-Restaurants, aus dem schließlich ein Spielcasino wurde. "Daraus haben wir wohl alle gelernt", meinte Beiergrößlein. Er verband damit die Hoffnung, nun mit den neuen Plänen auf dem richtigen Weg zu sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung lag auf dem geplanten Neubau des Autohaus Vetter in der Ludwigsstädter Straße. Stadtplaner Daniel Gerber wies darauf hin, dass nach bereits erfolgten Rodungen der Baumbestand entlang der Stadteinfahrt zu erhalten sei.

Anderer Meinung war Wolfgang Hümmer: Entlang der B 85 stünden in diesem Bereich genug Bäume. "Die Zeit der gepflasterten Alleestraßen ist vorbei", meinte er, und plädierte dafür, dem Bau keine Hindernisse in den Weg zu legen.

Auch Hans-Georg Simon meinte, man solle den Weg frei machen und das Projekt nicht an zwei Bäumen scheitern lassen. Claudia Degen-Madaus (FL) konnte sich dagegen nicht vorstellen, dass das Projekt an zwei Bäumen scheitern wird. Die Bäume seien sehr wichtig für das Stadtbild, sagte sie und ergänzte, "wir müssen um jeden Baum kämpfen."

Darauf brachte Winfried Le bok den Vorschlag, als Ersatz für den zu fällenden Baum etwas versetzt von der Einfahrt weg einen Großbaum zu pflanzen. Dem schlossen sich die Räte mit 7:2 Stimmen an.

Unproblematisch verliefen die Zustimmungen zu folgenden Bauanträgen: Anbau einer Liegehalle für Milchkühe in Dennach. Neubau eines Wohnhauses mit Einliegerwohnung, Garage und Carport in Gehülz. Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage und überdachter Terrasse, Gehülz.