Kronach — Zur Jahreshauptversammlung der Bau-Innung Kronach begrüßte Obermeister Richard Eichhorn seine Kollegen im Haus des Handwerks. Die wirtschaftliche Situation und Betriebsauslastung wurde seinen Angaben zufolge von den Mitgliedsbetrieben nach den zurückliegenden Jahren der Stagnation und rückläufiger Bautätigkeit als zufriedenstellend bewertet. Durch den milden Winter konnten bestehende Aufträge abgearbeitet werden. Auch die Auftragsnachfrage sei besser als im Vorjahr. Nach wie vor lasse jedoch das Preisniveau zu wünschen übrig. Gerade bei Ausschreibungen seien erhebliche Differenzen bei den Angeboten vorhanden.
Als Stabilisierung der Bautätigkeit begrüße man die Absicht der Politik zur Aufstockung und Verstetigung der KfW-Programme für energetische Gebäudesanierung und dem altersgerechten Umbau, sagte Eichhorn. Besorgt zeigte sich der Obermeister über den Umgang mit Bodenaushub und Bauabfällen. Die aktuelle Situation sei für alle am Bauprozess Beteiligten schlecht. Es gibt derzeit eine erhebliche Rechtsunsicherheit und viele ungelösten Probleme in dieser Hinsicht. Die Verwertung von Aushub und Abfällen werde zunehmend schwieriger und teurer.
Sorgen bereiten den Betrieben auch die Pläne des Bundesumweltministeriums für eine sog. Ersatzbaustoffverordnung. Dies sei ein Bürokratiemonster, so Eichhorn. Befürchtet werden erhebliche Mehrkosten und Bauverzögerungen durch verschlechterte Verwertungsmöglichkeiten.
Nach den Regelungen des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes werden erstmals alle Stoffe, Materialien und Bodenaushub, die bei Bauarbeiten anfallen und nicht wieder verbaut werden, grundsätzlich zu Abfall erklärt. Gleichzeitig wurde die abfallrechtliche Haftung für Bauherren, Bauunternehmer und Beförderer von Abfall verschärft. Informiert wurde über den Stand der Tarifverhandlungen, die Umkehr der Steuerschuld bei Bauleistungen, die Energieeinsparverordnung und die Ausstellung von Energieausweisen sowie die Nachwuchskampagne des Verbandes. Auch auf die Möglichkeit der Baustellenkontrolle durch den "Bau-Sheriff" beim Verdacht von Schwarzarbeit wurde hingewiesen. Die Jahresrechnung 2013 wurde von Rechnungsprüfer Joachim Wich für in Ordnung befunden und der Haushaltsplan für 2014 verabschiedet.

Vorgänger als Ehren-Obermeister

Abschließend ernannte der Obermeister seinen Vorgänger im Amt, Hans Eichhorn aus Ludwigsstadt, für sein jahrzehntelanges Engagement für die Bau-Innung Kronach zum Ehren-Obermeister. Seit 1987 war Hans Eichhorn im Ehrenamt tätig als Vorstandsmitglied, stellvertretender Obermeister und von 1990 bis 2012 als Obermeister der Innung und Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit der Goldenen Ehrennadel der Baugewerbeverbände und wurde im vergangenen Jahr in den Gewerberat des oberfränkischen Handwerks aufgenommen. red