Nach den beeindruckenden Erfolgen gegen Zalgiris Kaunas und vor einer Woche bei Olympiakos Piräus ging der Siegeszug der Brose Baskets in der Euroleague-Top-16-Runde gestern Abend abrupt zu Ende. Der deutsche Meister musste sich bei Khimki Moskau deutlich mit 61:78 (28:30) geschlagen geben. Dennoch liegen die Bamberger mit 2:2 Siegen in der "Todesgruppe F" immer noch aussichtsreich im Rennen. Die ersten vier Mannschaften der Achterstaffel qualifizieren sich für die Viertelfinal-Play-offs. Am nächsten Donnerstag sind die Bamberger bei ZSKA Moskau gefordert. In der vierten Runde unterlag der russische Armee-Sportklub am Donnerstag überraschend in Vitoria mit 71:81 und weist ebenfalls eine 2:2-Bilanz auf.
Nach einem guten Start (8:4) ließen sich die Brose Baskets von der knallharten Verteidigung der Russen den Schneid abkaufen. Das Bamberger Offensivspiel geriet ins Stocken, während auf der anderen Seite Dragic mit zwei Dreiern dafür sorgte, dass die Hausherren einen 8:0-Lauf hinlegten und erstmals die Führung übernahmen.
Auch zu Beginn des zweiten Viertels sah sich Bambergs Coach Andrea Trinchieri zu einer schnellen Auszeit gezwungen. Er kritisierte die Einstellung seiner Jungs. "Uns fehlt die mentale Energie", versuchte der Italiener seine Mannschaft wachzurütteln. Doch auch in der Folgezeit agierten die Bamberger im Angriff halbherzig und kamen zudem zu langsam in die Verteidigung zurück.
Beim 27:16 für Khimki platzte dann aber der Knoten: In der Verteidigung gelangen endlich einige Stopps und Ballgewinne - mit einem 12:0-Lauf wendeten Wanamaker, Melli und Co. das Blatt (27:28). Obwohl die Gäste nur 34 Prozent aus dem Feld trafen und Probleme beim Defensiv-Rebound hatten, waren sie bei einem 28:30-Rückstand zur Pause zurück im Spiel.
Mit sechs Punkten von Leon Radosevic eroberten die Gäste nach dem Seitenwechsel die Führung zurück. Es entwickelte sich jetzt ein offenes Spiel mit viel Kampf und wenig spielerischen Höhepunkten. Zum Ende des dritten Viertels leisteten sich die Bamberger dann aber zu viele Ballverluste und etliche Fouls, sodass sich Khimki bis auf 54:45 absetzen konnte. Der Gastgeber hatte aber auch Glück, dass zwei Dreier von Shved über Brett im Bamberger Korb landeten.
Im Schlussviertel war dann ganz schnell klar, wer das Parkett als Sieger verlassen würde: Während den Brose Baskets nur drei Punkte an der Freiwurflinie gelangen, trafen die Gastgeber sehr sicher, zogen bis auf 68:48 davon und feierten einen klaren Erfolg.
Trinchieri sprach schon zur Pause "von einer schrecklichen ersten Halbzeit, der schlechtesten der ganzen Saison", doch mit Ausnahme weniger Minuten im dritten Viertel lief auch in den zweiten 20 Minuten (33:48) beim deutschen Meister wenig zusammen. Khimki schaffte es, das oft gepriesene Passspiel der Bamberger lahm zu legen.