Erlangen — Ein Tasteninstrument, das sonst nie in den Konzerten des Gemeinnützigen Theater- und Konzertverein Erlangens zu hören ist, kommt beim Konzert am Donnerstag, 23. April, um 20 Uhr in der Heinrich-Lades-Halle mit den Bamberger Symphonikern in kleinem Format endlich zu Ehren: Christian Schmidt spielt eines der Konzerte für Orgel und Orchester von Joseph Haydn auf einem Orgelpositiv, also einer kleinen, transportablen Orgel mit nur einem Manual, wie sie zu Haydns Zeit gebräuchlich war.
Das Elite-Orchester aus Oberfranken unter dem für Historische Aufführungspraxis gerühmten italienischen Dirigenten Giovanni Antonini vom Mailänder Ensemble "Il giardino armonico" musizieren an diesem Abend außerdem Mozarts Symphonie B-Dur KV 319 und Beethovens 5. Symphonie in c-Moll. Um Haydns C-Dur-Orgelkonzert - das einzige von ihm, das als Autograph überliefert ist - ranken sich allerlei Legenden. Angeblich hat der junge Haydn dieses festliche Werk 1756, also im Geburtsjahr Mozarts, anlässlich der Klosterprofessseiner Schülerin Therese Keller komponiert, mit der ihn zarte Bande verknüpft haben sollen. Ist es also eine gekonnte Auftragsarbeit zur Ausschmückung eines feierlichen Gottesdienstes? Oder das heimliche Zeugnis einer großen Liebe?
Eingeleitet wird der Abend von Mozarts 1779 entstandener B-Dur-Symphonie KV 319. Sie ist eine der letzten Symphonien aus Mozarts Salzburger Zeit, ein kunstvolles, temporeiches und kurzweiliges Werk, in dem bereits das berühmte Motiv aus dem Finale der Jupiter-Symphonie erklingt.
Nach der Pause dann eine der berühmtesten oder vielleicht überhaupt die populärste klassische Symphonie: Beethovens "Fünfte" verkörpert die Dramaturgie des "Durch Nacht zum Licht": Nicht-Aufgeben, das Ringen mit den Widrigkeiten und deren Überwindung - das ist der Stoff, aus dem diese Symphonie gemacht ist. red