Sabine Christofzik

Bamberg — Die Antworten gleichen sich: "Wenn ich Angst hätte, wäre ich jetzt nicht hier." "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bamberg zum Ziel eines Anschlags werden könnte. Das ist doch alles zu klein hier." "Wer so was macht, wie es in Berlin passiert ist, der will, dass möglichst viele Leute zu Schaden kommen. Ich fürchte mich nicht auf diesem Weihnachtsmarkt."
"Also ein bisschen komisch war das schon, als ich mich heute morgen auf den Weg gemacht habe", bekennt die Frau in einem Stand an einer der Ecken des Maxplatzes. "Da war ein gewisses Unbehagen. Direkt Angst habe ich aber nicht. Wir sind nicht an einer großen Straße. Einen Lastwagen könnte man hier nicht mit großer Geschwindigkeit in die Menge steuern. Aber ich bin doch froh, dass ich in Bamberg verkaufe und nicht auf einem Markt in einer Großstadt. Man redet schon drüber mit der Familie und auch mit der Kundschaft. Eine Frau hat erzählt, dass sie ihren Kindern bisher nichts von den schlimmen Ereignissen in Berlin erzählt hat. Sonst wären die heute nicht in den Zug gestiegen, wissend, dass das Ziel der Reise ein Weihnachtsmarkt war."


Behütete Stadt

"Wie soll ich das sagen - Bamberg macht immer noch so einen behüteten Eindruck." So formuliert es eine junge Frau, die in dieser Woche zweimal stundenweise an einem anderen Marktstand aushilft. "Wenn ich zum Beispiel in Nürnberg auf dem Christkindlesmarkt arbeiten würde, könnte es sein, dass meine Gedanken andere wären."
"Ich würde auch nach Nürnberg oder München auf die Weihnachtsmärkte gehen", sagt Stephan Dotterweich aus Ebrach. "Man darf sich nicht beeinflussen lassen. Sonst würde man sich gar nicht mehr raustrauen."