Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) hat im Zusammenhang mit dem Bau der zweigleisigen ICE-Strecke durch Strullendorf manch harte Nuss zu knacken. Dem Gemeinderat gab er dieser Tage einen Einblick in seine "Baustellen" bezüglich des Bahnprojekts.
Zum einen geht es um eine bessere Anbindung des Gewerbegebietes "Breiter Weg" an das überörtliche Verkehrsnetz. Dazu müsste im Süden von Strullendorf die Bahnstrecke mit einer neuen Brücke überquert werden.


Keine Beteiligung

Bislang allerdings konnte weder von der Bahn noch von der Regierung von Oberfranken eine Beteiligung an einer Ersatzlösung für die Auweg-Überführung erreicht werden.
Georg Dresel (CSU) empfahl dazu, gemeinsame Sache mit den südlichen Nachbargemeinden zu machen, um eine Anbindung an die B 505 zu erreichen.
Für den Bahnübergang Stockweg kommt nach Auffassung der Bezirksregierung und der Bahn eine Ersatzmaßnahme ausschließlich für den landwirtschaftlichen Verkehr und für Fahrzeuge unter fünf Tonnen infrage.
Bahn und Bezirk beriefen sich darauf, dass die Brücke für den Schwerlastverkehr gesperrt sei und diesem ein Umweg von weniger als drei Kilometer über die Nordbrücke zumutbar sei, berichtete der Bürgermeister.
Auch teilte er mit, dass der mit der Bahn vereinbarte Grundstückstausch für die Errichtung eines elektronischen Stellwerks in der Nähe des Bahnhofs Strullendorf noch nicht abschließend geregelt sei.
Ferner sei auch der behindertengerechte Ausbau des Bahnhofzugangs noch nicht gesichert. Darüber sei man sich zwar mit Repräsentanten der Bahn einig gewesen. In der am 21. Dezember zugestellten Kreuzungsvereinbarung für die Fußgängerunterführung/Bahnhofstraße sei der Neubau jedoch nicht berücksichtigt.
Desel will die Kreuzungsvereinbarung deshalb vorerst nicht unterschreiben.
Geschäftsleiter Arnold Engert informierte über seine Teilnahme an einer Konferenz in Berlin. In der gerade mal einstündigen Unterredung zwischen den für den ICE-Ausbau Verantwortlichen von der Bahn und den Vertretern der Kommunen sei in einem Punkt Einverständnis erzielt worden: Die an der Ausbaustrecke liegenden Landkreisgemeinden sollen - was den Schallschutz betrifft - gleich behandelt werden wie die Stadt Bamberg.
"Im Übrigen rechnet die Bahn mit der Planfeststellung im Jahr 2017", sagte Engert. Baubeginn solle 2018 sein.
Wurden die Anlieger der Ortsdurchfahrt bei der Umlegung von Ausbaukosten benachteiligt? Diese Frage warf in der jüngsten Gemeinderatssitzung Andreas Kehl von der Neuen Liste auf.


Eine Mutmaßung

Entgegen früherer Zusagen des vormaligen Bürgermeisters Andreas Schwarz (SPD) kämen die Zuschüsse aus Mitteln der Städtebauförderung den Zahlungspflichtigen nicht zugute, mutmaßte Kehl.
Eine konkrete Auskunft wollte Geschäftsführer Arnold Engert vorerst nicht geben. Er sagte aber einer Prüfung der Frage zu.
Prinzipiell sei die Regel, dass Städtebaumittel dem kommunalen Anteil an den Ausbaukosten zugerechnet würden und damit allen Gemeindebürgern zugutekämen.